Archive for Januar, 2010
Bürokratie gibt es offensichtlich auch in kleinen mittelständischen Unternehmen. Die Geschichte ist schnell erzählt: Es geht um die Beantragung eines kleinen Messestandes bei einem nationalen Kongress, wofür natürlich ein ordentliches Formular ausgefüllt werden muss. Es gibt ein Faxformular und ein Internetformular. Das Spannende daran: Der Fragenkatalog im Internet ist deutlich umfangreicher, dafür sind die Teilnahmebedingungen dort eindeutig einfacher. Das wirklich Spannende passiert mit der Position „Parkausweise”: Wir haben zwei Parkausweise für insgesamt 48 Euro auf der Bestellliste angekreuzt. Am Freitag kommt der Anruf der Messeorganisation, dass die Parkausweise zwar auf ihrer Bestellliste sind, jedoch die Messeverwaltung dafür zuständig sei. Warum ist dann der Parkausweis Bestandteil des Bestellformulars?
Bei der Messeverwaltung ist natürlich zu diesem Zeitpunkt niemand mehr erreichbar. Am Montag dann bekomme ich einen Vorgesetzten ans Telefon, der ausgesprochen freundlich ist, der aber sagt, dass die Sachbearbeiterin nicht da sei. Ich biete an, dass ich 50 Euro in einen Umschlag stecke, wenn er dann zwei Parkausweise per Post an mich schickt, dann ist alles okay. Das fand er lustig, das ginge aber so natürlich nicht. Am einfachsten, man fährt morgens aufs Gelände und kauft dann einen Ausweis. Ob denn morgens um 7:00 Uhr schon jemand da sei? Das wisse er auch nicht so genau.
Ein erneuter Versuch dann am Montagnachmittag: Die zuständige Sachbearbeiterin Frau H. ist in einer Sitzung, die Kollegin will es ihr ausrichten.
Dienstagvormittag ist Frau H. noch nicht da, aber sie würde bald kommen.
Dienstag um die Mittagszeit ist Frau H. wieder in einer Sitzung. Die Kollegin will ihr aber eine Nachricht hinterlassen.
Na ja, noch habe ich einen Tag Zeit. Ab und zu fragt mich mein Kollege, ob ich als Geschäftsführer etwas tun würde, um den Wert der Firma zu steigern. Meine Antwort: Ja, ich besorge zwei Parkausweise für unseren Messe-Infotisch.
Stopp: Soeben klingelt das Telefon. Frau H. von der Messeverwaltung ist am Apparat und sagt: Mit ihr habe das nichts zu tun. Verantwortlich sei ausschließlich die Firma, bei der wir den Messestand beantragt und das Bestellformular ausgefüllt haben. Na ja, damit sind wir jetzt wieder ganz am Anfang und wahrscheinlich kriegen wir den Tipp, jetzt Frau H. anzurufen …
„Mittelmaß gewinnt nie. Es hat nie gewonnen, und es wird nie gewinnen.”
(Hermann Scherer)
Falls Sie es noch nicht bemerkt haben: Deutschland versinkt im Mittelmaß! Mittelmäßige Unternehmen liefern mittelmäßige Produkte und Dienstleistungen und landen im weltweiten Wettbewerb immer weiter hinten/unten. Das führt konsequenterweise zu dem Hilferuf der wenigen A-Mitarbeiter: „Ich bin ein A, holt mich hier raus!” Dieser Ruf findet mehr und mehr Gehör.
Brain Drain
„Brain Drain” nennt man auf Neu-Deutsch den wortwörtlichen Abfluss an Know-how aus einer Volkswirtschaft. Die talentiertesten High Potentials verlassen zunehmend unser mittelmäßiges Land und suchen ihr Glück beispielsweise in den USA, in Neuseeland, China, Dubai, Kanada, Schweiz usw. In den allermeisten Fällen werden sie dort auch fündig und kehren danach selten wieder zurück. Um dem entgegenzuwirken, könnte man nun seinerseits Fachkräfte aus anderen Ländern zu uns nach Deutschland holen („Brain Gain”). Die jüngste Vergangenheit hat aber gezeigt, dass es Deutschland nicht gelingt, beispielsweise junge Ingenieure oder Informatiker aus Indien hierher zu locken. Wie kommt es aber, dass Deutschland als Standort offensichtlich nicht (mehr) attraktiv genug ist?
In Deutschland werden „Underperformers” geschützt
Ein Grund ist sicherlich, dass „Underperformers” in Deutschland regelrecht geschützt und kultiviert werden. Die Begegnung mit einem Taxifahrer, den ich vor einigen Wochen bei meinem letzten Aufenthalt in Dubai traf, soll dies veranschaulichen: Er fragte mich, ob ich aus Deutschland kommen würde. Ich sagte: „Ja”, woraufhin er mir erzählte, dass er „ziemlich viel” über Deutschland wüsste. „Deutschland …”, sagte er, „… ist doch das Land, in dem man nicht arbeiten muss, und trotzdem ein gutes Leben führen kann!” In dieser Situation habe ich mich für mein Land geschämt und musste dem Taxifahrer Recht geben.
Roland Tichy, Chefredakteur der Wirtschaftswoche, sagte kürzlich: „Aus dem weltweiten Wettbewerb um die klügsten Köpfe und tüchtigsten Unternehmer haben wir uns durch eine bornierte Ausländerpolitik verabschiedet, die de facto allenfalls den Zuzug ins Sozialamt erlaubt und die Tüchtigen vergrault.”
Fazit
Vor kurzem konfrontierte mich ein Unternehmer aus Tübingen (einer süddeutschen Stadt) mit folgender Aussage: „Ich brauche gar keine A-Mitarbeiter! Mir reicht es vollkommen, wenn meine Mitarbeiter pünktlich kommen und pünktlich gehen!”
Bei dieser Aussage stellen sich mir die Nackenhaare auf! Hier gibt man sich mit Mittelmaß zufrieden. Das muss langfristig in den Ruin führen! Von daher meine Bitte an Sie: Bekämpfen Sie die tolerierte Mittelmäßigkeit in Ihrem Unternehmen!
„Wenn nur der Kutscher klar sieht, dann wird auch mit blinden Pferden das Ziel erreicht.” Johann Nestroy (1801-1862)
Als ich am Neujahrstag diesen Tweet von Prof. Lothar Seiwert erhielt, dachte ich: Wow, wie klug. Bei Twitter bekommt man so viel Triviales zugespielt, so dass ein solches Zitat aufhorchen lässt.
700 Menschen haben das Zitat des Wiener derb-humoristischen Charakterzeichners und Schauspielers Nestroy gelesen und waren sicher so beeindruckt wie ich. Beim weiteren Nachdenken allerdings war mir klar, dass die Wirtschaftswelt anders funktioniert. Ja, es stimmt: Wer autoritär führt, kann auch mit blinden Pferden sein Ziel erreichen, so wie der Kutscher in unserem Zitat.
Wer allerdings „erfolgreich” führen will, wird so nicht weit kommen. A-Mitarbeiter werden einen autoritären Führungsstil nicht akzeptieren. In Zukunft ist nicht autoritär gefragt, sondern Freiräume sind gefordert. Die Amerikaner nennen dies „Arm’s length”. Soll heißen: Lass die Zügel schleifen und der Mitarbeiter wird selber wissen, was richtig ist und wie er den Erfolg erzielt. Schließlich kennt er sein Geschäft besser als jeder andere.
Das vor uns liegende Jahr 2010 wird eine weitere Beschleunigung bringen. Noch weniger Mitarbeiter müssen noch mehr leisten. Zudem wird alles immer schneller und komplexer. Wir brauchen also keine blinden Pferde, sondern wir brauchen Pferde, die auch ohne Kutscher den Weg finden. Ganz einfach: A-Mitarbeiter.
In der Onlineausgabe der „Zeit” erschien dieser Tage ein interessanter Artikel zum Thema Recruiting. Der Chefredakteur Harald Mertenstein beschreibt, wie er einen überdurchschnittlich qualifizierten Auszubildenden ablehnt: Begründung: Überehrgeizige Leute sind Stimmungskiller und bringen nur Unruhe und Missgunst. Lesen Sie selbst:
Da gab es zum Beispiel die Bewerbung eines jungen Menschen, der in Oxford und Harvard studiert hatte. Oxford alleine ist ihm offenbar zu popelig gewesen. Er war zweifach promoviert, außerdem hatte er Praktika bei der New York Times und bei Le Monde hinter sich, beherrschte angeblich fünf Fremdsprachen fließend und verwies auf mehrere Hochbegabtenstipendien, in seiner Freizeit hatte er die deutsche Vizemeisterschaft im Kitesurfen gewonnen (Name der Sportart von der Redaktion geändert!). Dies alles im Alter von 27 Jahren.
Bei der Lektüre der Bewerbung bin ich mir durchschnittlich, faul, überbezahlt, dumm, dumpf und ehrgeizlos vorgekommen. Mein Kollege sagte: „Warum bewirbt dieser Typ sich nicht gleich als Chefredakteur?” Ich sagte: „Falls wir ihn einstellen, wird er in spätestens zehn Jahren Chefredakteur sein. Dumme, dumpfe Leute wie uns wird er dann zweifellos entlassen. Falls er aber in zehn Jahren nicht Chefredakteur ist, wird er im ganzen Haus schlechte Laune verbreiten, Leuten wie uns wird es dann hier nicht mehr gefallen.”
Wir sortierten die Bewerbung aus, mit sehr gutem Gewissen. So ein Typ wird überall genommen, dachten wir, nur halt bei uns nicht. Ein Jahr später bewarb er sich noch einmal.
In gewisser Weise verstehe ich Herrn Martenstein der sagt: „Schöne Zeugnisse verführen zum Staunen.” Er will offensichtlich verhindern, dass er einen „Blender” einstellt.
Trotzdem wundere ich mich natürlich. Kann man einen gut ausgebildeten Akademiker/Journalisten als „überehrgeizig” abtun? Wollen wir nun an die Spitze oder nicht? Wollen wir Weltmeister werden? Ja oder Nein?
„Falls wir ihn einstellen, könnte er in 10 Jahren Chefredakteur sein.” Ja das wäre doch super! Von „dummen, dumpfen Leuten” würde er sich dann trennen. Na gut, das wäre doch auch nicht das Schlimmste. Die haben dann vielleicht ihre Stärke woanders. Es gilt der Satz: A-Mitarbeiter stellen As ein. B-Mitarbeiter stellen Bs und Cs ein.
Also: Bitte nicht einfach nur aussortieren, sondern mindestens ein Mal ein Telefoninterview machen. Die 4 Fragen, die hier zu stellen sind, finden sich in unserer Personal-Toolbox. Danach ist man schlauer.

Obamas wohlverdienter Weihnachtsurlaub wurde ihm erst einmal gründlich vermasselt. Der Chef der USA reibt sich verwundert die Augen und redet von „vollkommen inakzeptablen” Zuständen.
• Da ist ein Nigerianer, der sein Flugticket in Cash bezahlt.
• Er kauft ein One-Way-Ticket, hat aber keinen Koffer dabei.
• Die Regierung weiß, dass Umar Farouk Abdulmutallab im Jemen Kontakte zu Extremisten geknüpft hat.
• Die Geheimdienste wissen, dass Al-Qaida von Jemen aus gegen die USA zuschlagen wollte.
• Der Vater des mutmaßlichen Attentäters hatte die Behörden schon Monate vor dem Attentat vor den radikalislamischen Überzeugungen seines Sohnes gewarnt. Und zwar sowohl die US-Botschaft, als auch nigerianische Sicherheitsvertreter.
• Der Name des Flugzeugattentäters taucht 4 Wochen vor Weihnachten wegen möglicher Verbindungen zu Al-Qaida in US-Geheimdienstberichten auf.
• Im Mai verhängten die Britischen Behörden ein Einreiseverbot gegen ihn. Seit dem stand er auf einer Britischen Beobachterliste.
• Der Nigerianer schrieb regelmäßig in islamischen Internetforen. Es gibt von ihm mehr als 300 Beiträge, in denen unter anderem von „Dschihad” gesprochen wird.
• Anfang Dezember belauscht ein amerikanischer Nachrichtendienst die Gotteskrieger im Jemen. Dort wird gesagt: Ein „nigerianischer Junge” sei für einen Anschlag vorbereitet worden.
Bei so viel Dilettantismus, Bürokratie und Unaufmerksamkeit stellt sich sofort die Frage nach A, B und C. Ich will niemand verdächtigen, dass er nicht das Beste für sein Land will, aber das klingt doch alles sehr nach „Dienst nach Vorschrift”. Also eine typische B-Leistung. Jeder beruft sich auf irgendwelche Vorschriften.
Der Einzige der sich nicht auf Vorschriften beruft, ist der Holländer Jasper Schuringa. Er drückt nicht de roten Klingelknopf und ruft nach der Stewardess, sondern wirft sich – nachdem er Flammen bemerkt – auf den Nigerianer und verhindert damit die Katastrophe.
Und wieder mal ein Beweis, dass B-Mitarbeiter nicht die Lösung sind. Es sind die A-Mitarbeiter. Leider gibt es davon nur sehr wenige.
„Ist nicht geschimpft Lob genug?!” (Arne Bär)
„Führen ist eine Dienstleistung gegenüber Ihren Mitarbeitern.” (Daniel Zanetti)
Verabschieden Sie sich von der Vorstellung, Ihr Mitarbeiter sei ein Automat, so nach dem Motto: Oben stecken Sie das Geld rein und unten kommt erstklassige Leistung von einem engagierten Mitarbeiter heraus. So funktioniert das normalerweise nicht! Mit einer Gehaltserhöhung lassen sich Mitarbeiter nämlich höchstens kurzfristig motivieren. Das alles kann man ausführlich bei Frederik Herzberg nachlesen.
Wie echte Motivation an das Unternehmen bindet: Die 33 Rosen
In meinem Unternehmen habe ich ein ganzheitliches Motivationskonzept eingeführt, welches sich in der Praxis seit nunmehr 20 Jahren überaus erfolgreich bewährt. Es heißt „Die 33 Rosen” und besteht aus folgenden 7 Stufen:
1. Mitwissen (z. B. Mitarbeiterbroschüre mit umfassenden Informationen)
2. Mitdenken (z. B. Verbesserungs- und Vorschlagswesen)
3. Mitlernen (z. B. University -> Alle 14 Tage Unterricht für Mitarbeiter durch Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, …)
4. Mitverantworten (z. B. Führen mit Zielvereinbarungen)
5. Mitgenießen (z. B. Kostenlose Getränke und frisches Obst)
6. Mitbesitzen (z. B. Kapitalbeteiligung)
7. Mit Werten unterwegs (Werte wie Eigenverantwortung, gegenseitige Wertschätzung und Ehrlichkeit führen zu einem Betriebsklima, bei dem die Arbeit Freude macht und Sinn bietet.)
Auf unserer Homepage www.tempus.de finden Sie im Download-Bereich eine kostenlose, vollständige Übersicht zum Motivationskonzept „Die 33 Rosen”.
Liegt es vielleicht am „nicht dürfen”?
Motivationsexperte und Management-Guru Reinhard Sprenger ist der Ansicht, dass man Mitarbeiter eigentlich nicht motivieren, sondern nur demotivieren kann. Die Annahme dahinter ist, dass Mitarbeiter grundsätzlich aus sich selbst heraus motiviert sind, diese Motivation jedoch von außen beeinträchtigt werden kann. Zum Beispiel gibt es immer wieder die Situation, dass talentierte Mitarbeiter demotiviert sind, weil ihnen von ihren Vorgesetzten nicht genügend Freiräume zur Entfaltung ihrer Fähigkeiten eingeräumt werden. Diese Mitarbeiter „können” und „wollen”, aber sie „dürfen” nicht!
Fazit
Menschen lassen sich sicherlich nicht auf Knopfdruck zu höherem Engagement bewegen! Dennoch können Sie einiges tun, um eine Umgebung bzw. Atmosphäre zu schaffen, in der sich Ihre Mitarbeiter gerne für die Firma und ihre Ziele verausgaben. In einer solchen Firma ist viel mehr Lob als Kritik zu hören! Es herrscht ein allgemeines Klima des Vertrauens, in dem auch mal ein Fehler gemacht werden darf.
Ihrer Kreativität sind beim Gestalten eines motivierenden Betriebsklimas keine Grenzen gesetzt!
Diejenigen, die mich kennen, die wissen, wo ich um diese Jahreszeit zu finden bin. 20 Jahre habe ich nach dem idealen Vacation-Spot gesucht und ich habe ihn gefunden. Longboat Key in Sarasota, Florida. Nirgendwo ist der Sand schöner, der Strand menschenleerer, das Wasser wärmer und die Sonnenuntergänge sind einfach legendär. Hier am Strand zu sitzen und über wichtige Fragen des Lebens nachzudenken, kommt beinahe automatisch. “Visionizing” nennen das die Amerikaner, wenn sie sich Gedanken über eine gute Zukunft machen.
Ich lade Sie ein: Machen Sie es wie ich: Nehmen Sie Ihren Masterplan, trinken Sie ein Gläschen Rotwein, gehen Sie in die Stille und hören Sie in sich hinein und auf das, was Gott Ihnen sagt.
