Archive for Februar, 2010
Ein Trainerkollege hat sich auf die Schulung von Hartz-IV-Empfängern spezialisiert. Er schult an 220 Tagen im Jahr. Er ist ein Mann mit extrem viel Energie und gibt alles. Das Ziel ist die Wiedereingliederung in einen normalen Job.
Was vermuten Sie, bei wie viel Prozent gelingt es, die Wiedereingliederung zu schaffen? Ich beobachte diese wertvolle Arbeit aus der Entfernung und muss sagen, mein Kollege macht wirklich eine hervorragende Arbeit, besser als ich das je könnte. Er widmet sich jedem Einzelnen, er findet für jeden ein anerkennendes Wort, er kann Menschen aufbauen und zu echter Größe führen.
Nun, die Bilanz ist mehr als bescheiden. Wir reden von 10 Prozent die wieder vermittelbar sind. Was ist mit den anderen 90 Prozent? Nun, die brauchen eine Therapie, falls überhaupt noch etwas hilft.
Diese Geschichte zeigt: Nicht nur wir Unternehmer tun uns schwer, sondern auch die Spezialisten.
Dass die Spreizung in ABC-Mitarbeiter nicht nur Fans hat, ist verständlich. Ein
besorgter Leser schreibt: „Wenn bei Ihnen ein Mitarbeiter nicht zu einem freiwilligen Treffen, zu einer bestimmten Sitzung oder zu einem Betriebsfest kommt, dann ist er in der Rubrik C und es gilt, ihn zu entlassen.Ich verbringe jeden Tag 9 Stunden oder mehr in der Firma. Schlafe mindestens 8 Stunden, weil mein Körper und Geist dies braucht. Wie viele reale Zeit verbleibt dann noch für die Familie? Deshalb: Auch ich gehe nicht gerne zu solchen Veranstaltungen. Ich glaube, Sie machen es sich zu einfach. Dieser Ansatz ist grundfalsch. Stattdessen sollten Sie die Menschen lieben. Auch unvollkommene Menschen wollen geliebt werden. Wenn Sie diese Liebe bei Ihren Angestellten und allen anderen Menschen walten lassen, dann werden Sie Herr Knoblauch geliebt und geschätzt werden. Hören Sie auf Ihr Herz, und manche mittelmäßige Leistung wird sich als eine lobenswerte Leistung herausstellen. Sie werden dann eine ganz neue Erfahrung machen. Sie werden plötzlich nicht mehr ABC-Mitarbeiter, sondern Sie werden jetzt D wie Danke-Mitarbeiter bekommen.”
Vieles, was dieser Leser schreibt, würde ich ohne Zögern sofort unterschreiben. Nur an einer Stelle ist meine Erfahrung etwas anders: Ich habe Menschen Vorschuss auf noch zu erbringende Leistung bezahlt, ich habe ihnen Geldschulden erlassen, ich habe Mitarbeiter beschäftigt, obwohl ich keine Arbeit hatte und ich habe ihnen sogar im Winter einen dicken Mantel spendiert usw.
„D” wie danke ist da nur in den seltensten Fällen passiert. Im Gegenteil: Gab es Schwierigkeiten, waren diese Mitarbeiter leider in der Regel die ersten, die mir in den Rücken gefallen sind. Ich habe dieser Tage mit einem Kollegen darüber gesprochen, und er sagte dann ganz trocken: „Ja, er habe solche D-Mitarbeiter und er nenne diese Mitarbeiter „D” wie drop out, soll heißen: Diese Menschen manövrieren sich selbst immer mehr an den Rand … und man fragt sich, warum hat man sie eingestellt?
Heute ist ein großer Tag: Der erste ABC-Personal-Newsletter wurde verschickt. Ein Newsletter mit Filmchen, Downloads und vielen spannenden Erkenntnissen rund um das Thema ABC-Mitarbeiter.
Wenn Sie den Newsletter erhalten, leiten Sie diesen doch an Ihre Kollegen weiter. Falls Sie den Newsletter nicht erhalten haben, dann können Sie sich hier eintragen. (http://www.abc-strategie.de/de/personal-newsletter-abonnieren.html)
Am vergangenen Sonntag war ich zu Gast bei Bruder Paulus. In dieser halbstündigen Interviewsendung „Ethik – um Gottes willen” bei N24 geht es um das Thema Werte im persönlichen und unternehmerischen Bereich. Hier können Sie die Sendung anschauen (http://www.bruderpaulus.de/medien/video/inhalt/videos/14-februar-2010-830-uhr-n24-ethik-um-gottes-willen-gast-prof-dr-joerg-knoblauch.html)
Ein aufmerksamer Zuschauer weist zurecht darauf hin, dass die Aussage: „Einen faulen Apfel darf man nicht zu den anderen Äpfeln legen, weil in kürzester Zeit alle Äpfel faul sind.” so nicht stimmt. Der Zuschauer sagt: „Ein fauler Apfel ist nicht von vornherein ganz faul, sondern es fängt immer an einer Stelle an wo er sich gestoßen hat oder von außen sich Insekten Zutritt verschafft haben. Deshalb muss man ja die Äpfel immer und immer wieder anschauen und betrachten, um hier die Probleme im Auge zu haben. Sollten die ersten Anzeichen von Faulheit sich zeigen, dann muss man den Apfel entfernen. Wenn man dies frühzeitig macht, dann kann man den Rest des Apfels noch zu einem guten Apfelmus machen.”
Na ja, die Sache mit dem Apfelmus hat er sicher nicht wörtlich gemeint, aber in gewisser Weise hat er natürlich recht.
Wir haben gerade unsere Mitarbeiterbewertung im Unternehmen wieder abgeschlossen. Wo eine solche Bewertung jährlich durchgeführt wird, kann man einen möglichen Faulungsprozess sehr gut beobachten und rechtzeitig gegensteuern. Also: Planen Sie rechtzeitig Ihre Mitarbeiterbewertung 2010. Die daraus resultierenden Mitarbeitergespräche lohnen den Aufwand um ein Vielfaches.
Wer mich kennt, weiß, dass ich einen Teil meiner Zeit kostenlos für die Beratung christlicher Werke zur Verfügung stelle. Frei nach dem Motto: Umsonst habt ihr es empfangen, umsonst sollt ihr …Dieser Tage war ich nun zu einer Krisensitzung bei einem großen christlichen Werk in den USA. Dieses Werk hat eine stolze Vergangenheit. Millionen Dollar wurden jährlich an Partnerorganisationen und für die Erfüllung des christlichen Auftrags investiert. Seit gut einem Jahr jedoch haben wir einen neuen Chef und eine Reihe neuer Mitarbeiter im Büro. Seither ist unser Konto dick im Minus und eigentlich sind wir pleite. In wenigen Monaten findet unser großer Jahreskongress statt, und wir haben noch nicht einmal alle Redner beieinander. Vorstandssitzungen laufen dann typischerweise so: Jede Menge Ideen, aber minimale Umsetzung. Die Protokolle schwammig und ohne das übliche „Wer, was, wo”? Jede Menge Geschichten, aber keine zielorientierte Vorgehensweise. Zahlen, Daten, Fakten sind Mangelware unter Hinweis auf das System, das solche Zahlen nicht hergibt.
Auf dem Weg zum Flugplatz hatte ich einen Vorstandskollegen auf dem Beifahrersitz, der noch einmal 20 Ideen hatte, was man alles anders und besser machen könnte. Ich habe nur müde gelächelt. Meine Erfahrung: Wenn die To-do-Liste mal länger als ein Meter ist, dann nützt es nichts, immer noch etwas Neues dranzufügen. Dann muss man ganz grundsätzlichere Fragen stellen und die könnten durchaus auch heißen: Wann wechseln wir Pferde und Kutscher, die den Karren ziehen?
Wir wussten es schon immer: Unternehmersein hält fit! Dieser Tage starb die älteste Kleinunternehmerin in Großbritannien nach 80 Jahren Selbstständigkeit. Der BBC war es eine Meldung wert, der Sun und auch dem Spiegel. Selbst auf Wikipedia hat sie jetzt einen Eintrag. Gruendungszuschuss.de hat dies kommentiert.„Im Januar starb mit 102 Jahren Connie Brown, die älteste Kleinunternehmerin des Vereinigten Königreichs. 1928 hat sie zusammen mit ihrem Mann in Pembroke (Wales) einen Fish-and-Chips-Shop eröffnet. Nach dem Tod ihres Mannes 1964 betrieb sie den Laden zusammen mit Sohn und Schwiegertochter weiter. Die Stadt erwartet eine der größten Beerdigungen in ihrer Geschichte.
Connie Brown war nicht nur die älteste Selbstständige, sondern auch die älteste berufstätige Frau Großbritanniens. Sie arbeitete bis zuletzt sechs Tage in der Woche in ihrem Laden. Für ihre gesellschaftlichen Verdienste wurde sie 2006 von der Queen geehrt durch die Ernennung zum „Member of the British Empire” (MBE). In Pembroke gilt Connie Brown als Legende. In Anlehnung an den Film „The Godfather” („Der Pate”) wurde Brown als „The Codmother” („Die Kabeljau-Mutter”) bekannt.
Am 21. Januar 2010 starb Brown nach kurzem Krankenhausaufenthalt – dem ersten in ihrem Leben. Das letzte öffentliche Ereignis, an dem sie teilnahm, war ein Charity Event, bei dem sie auf dem ersten von zwölf Motorrädern saß, die durch die Stadt fuhren. Brown war in eine Decke eingewickelt, trug Leder und einen Motorradhelm – sowie ein breites Lächeln.”
Jack Welch hatte damals bei General Electric (GE) das Motto ausgegeben: 20-70-10. Soll heißen: Jedes Jahr muss jeder Bereichsleiter benennen wer seine 20 % A-, 70 % B- und 10 % C-Mitarbeiter sind.Einer meiner Blogleser, ein langjähriger Praktiker, bemerkt nun zurecht, dass eine solche Quote äußert problematisch ist. Man muss jetzt „B-Mitarbeiter um der Quote willen auf C setzen”. Der Leser schreibt dann weiter: „Ich halte diese Quote bzw. Klassifizierung für schwierig und nicht zu 100 % anwendbar.”
Diese Kritik ist meines Erachtens mehr als berechtigt. Wenn es z. B. keine C-Mitarbeiter (mehr) gibt, dann macht es auch keinen Sinn C-Mitarbeiter zu benennen. In unserer Firma gehen wir einen anderen Weg: Wir geben keine Quote vor, sondern versuchen die Wirklichkeit über einen Mitarbeiterbeurteilungsbogen abzubilden. (www.abc-strategie.de/formulare) Ganz konkret: Jetzt im Februar 2010 haben wir zum ersten Mal in der Firmengeschichte den Punkt erreicht, wo es nur noch A-Mitarbeiter gibt.
Auf eine Spreizung muss man trotzdem nicht verzichten. Man kann z. B. im Sinne von Jim Collins die A-Mitarbeiter spreizen von A1 nach A5. In meinem Buch „Die besten Mitarbeiter finden und halten” sind auf S. 42/43 die einzelnen Stufen einer solchen Spreizung beschrieben. Bradford Smart spricht nur von A, A1 und A2. A heißt ganz einfach A-Mitarbeiter, während A1 heißt: Dieser Mitarbeiter kann noch eine Ebene befördert werden. Ein A2-Mitarbeiter kann entsprechend zwei Ebenen befördert werden.
Vieles scheitert schon an Ländergrenzen. Ob Förster, ob Lehrer, ob Pfarrer, ob …
Wer in Württemberg studiert hat, wird in Bayern keine Anstellung finden und umgekehrt. Ich wohne in Württemberg, und in 4 km Entfernung ist die bayerische Grenze.
Vor Kurzem passiert:
Ein Kollege fährt übermüdet vom Nachtdienst nach Hause und kommt dabei von der Straße ab. Das Auto überschlägt sich und bleibt im Graben liegen. Der Kollege, unverletzt, kann sich aus dem Wagen befreien und steht winkend am Straßenrand. Ein herannahendes Polizeifahrzeug verspricht Hilfe, fährt aber trotzdem unbeeindruckt weiter.
Sie wundern sich, warum Polizisten einem Unfallopfer nicht helfen? Nun, das Ganze hat sich ja schließlich auf der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg abgespielt. Wobei der Arbeitskollege nicht einmal wusste, ob er in Bayern oder Württemberg ist – die württembergische Polizei aber wusste es.
Am Wochenende hatte ich die Ehre, mit Bill Hybels (Autor des Buches: „Die Kunst des Führens”) zu Abend zu essen. Wer ihn nicht kennt: Er ist Pastor in den USA und hat eine Gemeinde mit sonntäglich 23.000 Gottesdienstbesuchern. Er war in Karlsruhe, um 8.300 christliche Leiter zu schulen.Hybels ist bekannt für den Satz „Ich habe zu viel Zeit meines Lebens mit Mitarbeitern zugebracht, die nur mittelmäßige Leistung brachten.”
Ich habe ihn gefragt: Wie kann ein Pfarrer so etwas sagen? Hat nicht Jesus alle gleichermaßen geliebt. War er nicht mit allen unterwegs die ihm folgten.
Seine kurze und knappe Antwort: Genau das Gegenteil ist der Fall. „Jesus was very selective.” Seine Jünger waren „handverlesen”. Er ging auf sie zu und hat sie einzeln berufen. In der Bibel gibt es genügend Beispiele, wo Menschen in diesen erlesenen Kreis seiner Schüler/Mitarbeiter kommen wollten, er es aber nicht zugelassen hat. Er hat zwar zu allen Menschen gepredigt, aber in den Genuss der Ausbildung kamen nur die 12.
In Bezug auf seine wachsende Arbeit sagte er: Ich predige darüber wenig, aber ich habe dieses Konzept ständig vor meinen Augen. Es hat mir geholfen, eine völlig neue Sichtweise der Dinge zu bekommen.