Vor ein paar Tagen habe ich eine besondere C-Geschichte erlebt: Der Delta-Flug 117 von Stuttgart nach Atlanta dauert lange, und es ist eine ziemlich alte Maschine, in der man extrem eng sitzt. Aber das ist alles okay. Ich habe jede Menge Arbeit dabei, und da vergesse ich dann
solche Dinge sehr schnell.Aber dieses Mal ist jedoch die Maschine bis auf den letzten Platz besetzt, und das Dumme: Das Licht am Sitzplatz funktioniert nicht. Damit es im Innenraum schön dunkel ist, werden die Passagiere immer wieder über Lautsprecher aufgefordert, die Blenden am Fenster herunterzuziehen, damit die in der Kabine laufenden Filme auch gut zur Wirkung kommen.
Ich frage eine der Stewardessen, ob sie das mit dem Licht reparieren kann. Sie sagte, sie kümmert sich. Nach einer Stunde frage ich eine andere Stewardess, ob sie das mit dem Licht reparieren kann. Nein, aber sie wird es notieren. (Notieren heißt in diesem Fall: Sie ruft es einer anderen Stewardess zu, dass die das irgendwo eintragen soll. Ich vermute, dass sie selbst nicht schreiben kann, was ja bei Amerikanern sehr oft der Fall ist.)
Wenige Stunden vor Ankunft werden Plätze frei, weil dort die Stewardessen sitzen. Keine Ahnung, eigentlich sind die ja zum Arbeiten da. Aber die haben immer die besonders schönen Plätze, wollen auch nicht gestört werden und ziehen deshalb einen Vorhang zu. Jetzt wird Essen serviert, und ich bitte höflich um Genehmigung, ob ich auf einen der frei werdenden Plätze sitzen kann, denn mein Licht funktioniert nicht. – Ja, das ist okay.
20 Minuten später kommt eine Stewardess und sagt: „Hier zu sitzen ist zwar in Ordnung, aber ein Getränk hier zu trinken ist nicht in Ordnung.” Ich starre fassungslos auf mein Glas Wasser, das vor mir steht. Sie sieht mein Erstaunen und sagt: „If you spill it the seat will be wet and it is not acceptable that we sit on a wet seat.” (Falls Sie Ihr Glas Wasser verschütten, dann ist nämlich der Sitz nass, und es ist nicht okay, wenn eine Stewardess auf einem nassen Sitz sitzen muss.)
Delta ist dabei, sich neu aufzustellen und hat einen Wahnsinnsetat, um sich ein moderneres Image zu geben. Schade, dass wieder einmal C-Mitarbeiter alles ruinieren.
Dieser Tage hat der amerikanische Präsident Obama seinen wichtigsten General Stanley McChrystal, verantwortlich für das gesamte US und Nato-Militär in Afghanistan, gefeuert. Man muss wissen: Niemand ist besser als General McChrystal. Er schläft nur 4 Stunden, läuft jeden Tag 10 km und nimmt nur eine Mahlzeit am Tag zu sich. Er ist Superman. Seine Arbeit bedeutet ihm alles – mit seiner Familie ist er nur etwa 30 Tage im Jahr zusammen. Für viele Militärs ein Vorbild.Und genau das ist das Problem, das Sie möglicherweise in Ihrer Organisation auch haben. Da ist ein Mitarbeiter, der unglaublich gute Arbeit leistet und von vielen Kollegen bewundert wird. Aber: Er ist kein Teamplayer, und hinter Ihrem Rücken kritisiert er Ihre Arbeit und Ziele. Für ihn ist klar, dass er der Beste ist und Sie nur seine Kreise stören. Diese Situation wird dann besonders spannend, wenn er schon längst vor Ihnen in der Organisation war und deshalb sein Netzwerk prächtig funktioniert. Die einfache Antwort: Machen Sie’s wie Obama und werfen Sie ihn raus!
Die etwas differenzierte Antwort: Vielleicht macht es auch Sinn, sein größter Anhänger zu werden. Sie müssen sich halt dann darauf einstellen, dass er Sie immer als „Duckmäuser” bezeichnen wird. Jedem neu eingestellten Mitarbeiter werden Sie persönlich erklären müssen, wie die Rollen hier verteilt sind. Keine einfache Entscheidung.
Die letzten Tage waren mein Kollege und ich in Deutschland unterwegs und haben Seminare zum Thema „ABC-Personal” durchgeführt. Deswegen sind wir auch mit dem Blogschreiben ins Hintertreffen geraten.
In jedem der Seminarhotels hatten wir ABC-Erlebnisse mit den dort beschäftigten Mitarbeitern. Im Mercure in Berlin war es besonders nett: Im Seminarraum angekommen, gab es zu wenig Stühle und zu wenig Platz für unsere Teilnehmer. Unsere Frage nach einem größeren Raum wurde ziemlich barsch mit dem Hinweis abgelehnt: „Alle Räume sind belegt!” Nun hatten wir ja auf dem Wegweiser im Hotel gesehen, dass nicht alle Räume belegt sind und man muss sich ja schon fragen: Warum gibt ein Hotel seinem Seminarkunden nicht den schönsten vorhandenen Raum – es kostet ja nichts extra. Nach langem Hin & Her wurde uns erklärt: Wir könnten uns sehr glücklich schätzen: Es gibt noch einen größeren Raum. („Heute ist Ihr Glückstag …”). Dass der Raum nicht gerichtet war, machte uns nichts aus.
Wir hatten den Raum in null Komma nichts hergerichtet. Der Verantwortliche staunte nicht schlecht, wie man so etwas in so kurzer Zeit machen kann. Wir erklärten ihm, er sei für „Höheres” geboren und soll uns nur weitermachen lassen. Wenn er jetzt noch übrige Gläser wegräumen und Kaffee für unsere Teilnehmer beschaffen würde, dann wären wir sehr glücklich. Als erstes ließ er ein Glas fallen, das in 1000 Scherben zersprang. Die Beseitigung der Scherben brachte uns weiter in Verzug. Dann versäumte er, die Raumbeschilderung zu ändern, der bestellte Kaffee war nicht da und so ging es weiter. Unsere vorab zugeschickten Materialien wurden nur unvollständig gefunden und als wir dann noch eine Schere zum Öffnen der Pakete brauchten, stieß die Organisation offensichtlich an ihre Grenzen. So etwas entgeht natürlich auch nicht unseren Seminarteilnehmern, die mittlerweile sehr gut A von B und C unterscheiden können.
Mercure Hotels haben eine bundesweite Kampagne mit dem Slogan „Das Meeting, das die Erleuchtung bringt!”. Das können wir nur bestätigen.