Archive for November, 2010

Bald 8 Mio. Arbeitslose?

Posted on the November 25th, 2010 under ABC-Thematik by

Seit die „Personalfalle” als Finalist beim „Trainerbuch des Jahres” und auf der Frankfurter Buchmesse als eines der Top 5 Wirtschaftsbücher geehrt wurde, geht die Auseinandersetzung im Internet hoch her. Ein Leser zum Beispiel schreibt: „Jack Welch war ein Gentleman: Bei ihm gab es A-, B- und C-Mitarbeiter, und die B’s waren fähige und akzeptable Mitarbeiter, die für einen Betrieb eine große Wichtigkeit haben. Knoblauch dagegen will die B’s feuern, und wenn man ihn nur gewähren ließe, dann wäre er letztlich für 8 Mio. Arbeitslose verantwortlich. Andere Leser melden sich jetzt zu Wort, die das Ganze gleich volkswirtschaftlich deuten und auch mit Zahlen begründen, warum diesem Land die letzte Stunde geschlagen hat.

Wenn ich so etwas lese, bin ich hin und hergerissen. Natürlich lese ich, was unser Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sagt: Der deutsche Arbeitsmarkt sei bereits „auf der Schnellstraße zur Vollbeschäftigung”. Ich lese aber auch, dass der von mir sehr geschätzte Chef der Bundesagentur für Arbeit, Weise, kommentiert: „Auf dieser Schnellstraße sollte Herr Brüderle vorsichtig fahren.” Dann spricht er von den zahlreichen Risiken. Wobei das höchste Risiko nicht die hohe Verschuldung der EU-Staaten ist, sondern das höchste Risiko ist natürlich, dass in einer zunehmend serviceorientierten Gesellschaft der Druck zunimmt. Ein B-Mitarbeiter als Briefträger darf ruhig ein bisschen langsamer sein. Ein B-Mitarbeiter als Gabelstaplerfahrer darf schon auch mal Dienst nach Vorschrift machen und auch einer Putzfrau mag man manches nachsehen. Ein Land jedoch, das sich durch Innovation, Serviceorientierung und Schnelligkeit behaupten muss, sucht gezielt A-Mitarbeiter, und der Kampf um diese Menschen ist voll entbrannt.

Es geht auch anders! Vom Fünfer-Schüler zum Elfer-Schrauber

Posted on the November 18th, 2010 under ABC-Thematik by

Die Zeitschrift „Auto Bild” titelt: Früher Fünfer-Schüler, heute Elfer-Schrauber.Was macht man mit Berlins schlechtestem Schüler? „Wir stellen ihn ein und bilden ihn aus”, sagt Werkstattbetreiber Thomas Lundt. Jetzt hat der einstige Leistungsverweigerer Veton Ljuki seine Gesellenprüfung mit Bravour bestanden.

Über die Agentur für Arbeit ließ Michael Lundt sich bewusst den schlechtesten Hauptschulabgänger vermitteln. Mit 56 Fehltagen und einem Notendurchschnitt von 5,0 begann dieser seine Ausbildung zum Servicemechaniker. Der Chef nahm sich persönlich dem außergewöhnlichen Auszubildenden an. Er vermittelte ihm Dinge wie Pünktlichkeit, Ordentlichkeit und Fleiß. Die Aufgaben im Betrieb forderten den jungen Mann heraus und stärkten sein Selbstwertgefühl. So wurde aus ihm ein erfolgreicher Servicetechniker mit Gesellenbrief und festem Arbeitsvertrag.

Übrigens: Lundt sucht wieder einen neuen Auszubildenden. Einzige Bedingung: Er soll der schlechteste Schulabgänger sein, den die Bundesagentur für Arbeit zu bieten hat.

Wehe jeder Firma, die ein paar von jeder Sorte hat!

Posted on the November 11th, 2010 under ABC-Thematik by

Sie alle kennen das Zitat von Jack Welch, dem langjährigen CEO von General Electric: „Selbst wenn der C-Mitarbeiter umsonst arbeiten würde, er wäre zu teuer.”

Je länger ich als Personaler unterwegs bin, desto mehr leuchtet mir diese Aussage ein. Allerdings: Manche Blogleser treibt es zur Weißglut: „Die Aussage von Jack Welch ist meines Erachtens an Arroganz, Weltfremdheit und Menschenfeindlichkeit nicht zu übertreffen …” An anderer Stelle schreibt er dann: „Sie haben jede Bodenhaftung verloren.”

Ein anderer Leser pflichtet ihm bei und schreibt seine Beobachtungen:
„Wenn der A-Mitarbeiter den Karren in den Dreck gefahren hat, zieht ihn der B-Mitarbeiter wieder heraus. Und der C-Mitarbeiter kümmert sich um den ausgebrannten Manager.”

Der Blogleser schreibt dann weiter: „So verschieden sind die Gaben einzelner Menschen. Wohl der Firma, die ein paar von jeder Sorte hat!!!”

Mal ehrlich: Ich zumindest habe es noch nie erlebt, dass ein C-Mitarbeiter sich um einen ausgebrannten Manager kümmert. C-Mitarbeiter sind viel zu sehr mit sich selbst und ihrem
eigenen Wohlergehen beschäftigt.

Aber: Nächste Woche werde ich in meinem Blog zeigen, wie der schlechteste Hauptschüler Berlins einen hervorragenden Abschluss als Kfz-Geselle erreicht. Natürlich gibt es auch solche Beispiele. Der Volksmund sagt: Wo ein Wille, da ein Weg. Und ein Hauptschüler, sogar der schlechteste Hauptschüler, wenn er nur will, ist dann kein C-Mitarbeiter.