Archive for März, 2011
Das Thema ist bekannt: Fachkräfte werden gesucht, doch ausländische Akademiker bleiben ohne Job. Der Spiegel berichtete über einen jungen Akademiker, dessen Geschichte zur Erfolgsgeschichte hätte werden können und dann aber doch alle Chancen verbaut wurden:Firas al-Ahmedi, ein junger, hochmotivierter irakischer Ingenieur, der sich in Deutschland ein neues Leben aufbauen wollte.
Jahrelang war al-Ahmedi arbeitslos, obwohl er gut qualifiziert und motiviert war. Einen Leiharbeiter-Job als Monteur am Fließband hatte er, seit er vor neun Jahren nach Deutschland kam. Mehr nicht. „Ich will doch einfach nur das machen, was ich kann”, sagt der 36-Jährige, „aber Deutschland lässt mich nicht.”
500.000 Akademiker wie al-Ahmedi leben nach Schätzungen der Bundesregierung in Deutschland. Hochqualifizierte Migranten, deren ausländischer Abschluss nicht anerkannt wird. 500.000 verpasste Chancen – in Zeiten, in denen Industrieverbände nicht müde werden, den Fachkräftemangel zu beklagen. Das ist eine riesige Verschwendung von Ressourcen. Voller Hoffnung kam er 2001 nach Deutschland: „Ich dachte, wenn man gut qualifiziert ist, hat man es hier leichter als Ausländer.”
Doch damit hatte er Unrecht. Vor sieben Jahren zum Beispiel hatte ihm die Fachhochschule Offenbach bereits einen Platz in einem internationalen Masterstudiengang zugesagt – da machte die Arbeitsagentur al-Ahmedi einen Strich durch die Rechnung: „Sie sind hier nicht zum Studieren, sondern als Asylbewerber”, habe man ihm gesagt. al-Ahmedi blieb arbeitslos. Bis heute ist sein Ingenieurabschluss nicht formal anerkannt. Dabei ist der Iraker seit sieben Jahren sogar Mitglied im Verband der deutschen Ingenieure.
Bislang scheitert die Integration von ausländischen Akademikern in den Arbeitsmarkt an der fehlenden Möglichkeit, die Qualifikation formal anerkennen zu lassen. Es gibt kein einheitliches Verfahren, keine zentrale Anlaufstelle. So haben lediglich EU-Bürger und Spätaussiedler überhaupt einen Anspruch auf ein Anerkennungsverfahren.
Die Suche nach qualifizierten Talenten ist groß. Schade, dass al-Ahmedi und Menschen wie er durch das Raster fallen.
Haben Sie mit ähnlichen Fällen Erfahrung? Danke, wenn Sie mir dazu einen Kommentar schreiben.
Kürzlich habe ich eine Story im Personal-Newsletter „Personalintern” gelesen:
„Eine Mitarbeiterin ließ sich krankschreiben und nahm in dieser Zeit an einem Marathonlauf teil. Daraufhin hat der Arbeitgeber ihr für diese Zeit keinen Lohn gezahlt. Die Frau klagte mit dem Argument, sie hätte ein psychisches Leiden und ihr Arzt habe ihr empfohlen Sport zu treiben. Das Arbeitsgericht Mannheim wies die Klage ab, weil das Attest durch den Langstreckenlauf unglaubwürdig geworden sei. Auch ein Marathonlauf könne psychisch belastend sein.”
Ein weiterer Beleg, dass es Menschen gibt, die in ihrer Freizeit A-Leistungen abliefern. Wenn es aber um unsere unternehmerischen Anliegen geht, dann ist die Leistung ein glattes C.
Bewerbungen werden immer ideenreicher, nach dem Motto: Everything goes. Auffallen, um sich von der Masse abzuheben ist das Erfolgsrezept. Sie haben keine Idee, um Ihre Bewerbung aufzupeppen? Gerne liefere ich Ihnen einige Beispiele:
- Bewerbung eines Kochs: Dieser verschickte seine Bewerbung in einer Bratpfanne und bekam prompt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.
- Bewerbung einer Grafikerin: Sie legte zu ihrer Bewerbung kurz vor Weihnachten einen Osterhasen dazu. Begründung: Sie sei ihrer Zeit eben voraus.
Der Sinn einer solchen Bewerbung ist es, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Und zwar durch eine ungewöhnliche Art.
Klar ist, dass eine solche Kreativ-Bewerbung nicht unbedingt gut ankommen muss. Karriere-Coach Jürgen Hesse vom Büro für Berufsstrategie sagt dazu: „Eine Kreativ-Bewerbung ist auf jeden Fall eine Gratwanderung. Wer den Geschmack des Arbeitgebers nicht trifft, hat alle Chancen verspielt.”
Negativbeispiele gibt es natürlich auch:
Eine Frau legte einmal zu ihrer Bewerbung einen Fön dazu. Ihre lustig gemeinte Begründung: „Ich bringe frischen Wind in Ihr Unternehmen.” Der Personalchef war von dieser Aktion nicht begeistert und antwortete: „Heiße Luft können wir selbst produzieren.”
Auch Sabine Neumaier von der Berliner Bewerbungsberatung Ambitio überrascht diese Reaktion nicht: „Die Form der Bewerbung sollte den Inhalt gut verpacken, nicht vom Inhalt ablenken.” Sie rät: „Nehmen Sie nicht einfaches Kopierpapier oder eine billige Mappe. Setzen Sie dezente Akzente mit Farben, insbesondere bei Online-Bewerbungen.” Jürgen Hesse empfiehlt, mit dem Format zu spielen, z. B. indem man von einem A4-Blatt einen kleinen Rand abschneide. „Das ist schon ein totaler Hingucker und man läuft nicht Gefahr, den Adressaten geschmacklich total vor den Kopf zu stoßen.”
Denken Sie, Guerilla-Bewerbungen führen zum Erfolg?
Sie haben erfolgreich den „9-stufigen Einstellungsprozess” (www.abc-strategie.de) eingeführt, einen A-Mitarbeiter eingestellt, und dieser hat in der Probezeit sein erstes Etappenziel erreicht? Dann ist es jetzt Zeit, diesen neuen Mitarbeiter auch Ihren Kunden mit einem für A-Mitarbeiter gebührenden, glänzenden Text vorzustellen, z. B. in Ihrem Newsletter, einer Pressemitteilung etc. Ich habe einige Formulierungen gesammelt. Durch die erste Zusammenarbeit mit Ihrem neuen Mitarbeiter wissen Sie, welche Formulierungen zu Ihrem Mitarbeiter passen.
- Wo er ist, da scheint die Sonne. Denn Herr Meier liebt Helios und bringt seine Gesprächspartner zum Strahlen. Mit guter Laune, Charme und einer begeisternden Offenheit.
- Anrufe, die in Erinnerung bleiben! Denn mit ihrer Engelsstimme und ihrer sympathischen Art ist Frau Müller eine 5-Sterne-Kundenbetreuerin.
- Lange haben wir nach ihm gesucht. Nun ist er in unserem Team. In Sachen … gehört Herr Schulze zur Elite seines Fachgebiets.
- Frau Lange ist geradezu perfekt für den Kontakt mit Menschen. Und diesen pflegt sie nun ausgiebig im Team: Als (Position) in der (Abteilung).
- Einen weiteren Zugang hat das Unternehmen zu verzeichnen. Herr Schulze bringt seine wertvolle Praxiserfahrung und sein großartiges Know-how schon jetzt voll und ganz ins Unternehmen ein.
Jeder, der so etwas liest, weiß, dass Sie einen A-Mitarbeiter gefunden haben. Er weiß jedoch noch etwas ganz anderes, nämlich, dass Sie ein A-Chef sind. A-Chefs stellen A-Mitarbeiter ein, im Idealfall sogar solche, die besser sind als sie selber.
Jeder Mensch hat Vorbilder. Heute möchte ich Ihnen Dr. Rick Warren vorstellen, eines meiner Vorbilder. Er gehört zu den „100 most-influential people in the world”. Jahrelang habe ich mich bemüht, ihn als Referent für einen Vortrag zu gewinnen. Er ist Pastor und hat sonntags über 20.000 Gottesdienstbesucher. Dr. Rick Warren ist Autor des Bestsellers „Leben mit Vision”. In seiner Kolumne schreibt er darüber, dass Erfolg nicht so sehr mit Status, Macht und Geld zu tun hat, sehr viel mehr geht es darum, wie viel Einfluss wir auf die Menschen um uns herum haben.
Hier einige Bibelstellen, die dieses Thema am Leben des Paulus verdeutlichen.
Zielklarheit: Um erfolgreich zu sein, muss man wissen, wohin man will – welches Ziel wir anstreben. „Ich … schaue nur noch auf das Ziel vor mir. Mit aller Kraft laufe ich darauf zu, um den Siegespreis zu gewinnen.” (Philipper 3, 13+14)
Flexibilität: Wir müssen mit unerwarteten Umständen umgehen können und uns über Widrigkeiten hinwegsetzen. „Ob ich nun wenig oder viel habe, beides ist mir durchaus vertraut, und so kann ich mit beidem fertig werden.” (Philipper 4, 12)
Hingabe: Wenn wir mit einer wichtigen Unternehmung begonnen haben, ist es nötig, auch bei Widrigkeiten und Hindernissen durchzuhalten, um erfolgreich zu sein. „Aber mein Leben ist mir nicht wichtig. Vielmehr will ich den Auftrag ausführen, den mir Jesus Christus gegeben hat.” (Apostelgeschichte 20, 24)
Mitgefühl: So wie Paulus immer einfühlsam für die Bedürfnisse der Menschen um sich herum war, so müssen auch wir danach streben, die Interessen der Menschen im Auge zu behalten, die mit uns arbeiten. „Wenn ich … alle Geheimnisse Gottes weiß … und einen Glauben habe, der Berge versetzt, … aber ich habe keine Liebe, dann nützt es mir gar nichts.” (1. Korinther 13, 2-3)
Begeisterter Glaube: Erfolgreiche Führer glauben stark an ihre Mission und ihre Begeisterung ist ansteckend. „Alles kann ich durch Christus, der mit Kraft und Stärke gibt.” (Philiper 4, 13)
Dienst für den anderen: Ichbezogene Führer haben meistens kurze Amtszeiten. Derjenige, der andere jedoch mit Hingabe dient, ihnen hilft, ihre Ziele zu erreichen, ist einer mit vielen begeisterten Anhängern. „Für euch würde ich alles hingeben, sogar mein Leben.” (2. Korinther 12, 15)
Durchhaltevermögen: Der Spruch „Der Start ist nicht wichtig, sondern das Finish” war sicherlich zutreffend für Paulus. „Die Schwierigkeiten bedrängen uns von allen Seiten und doch werden wir nicht von ihnen überwältigt. Wir sind oft ratlos, aber nie verzweifelt. Von Menschen werden wir verfolgt, aber bei Gott finden wir Zuflucht. Wir werden zu Boden geschlagen, aber wir kommen dabei nicht um.” (2. Korinther 4, 8-9)
Am Ende seines Lebens konnte Paulus auf die Ausbreitung des christlichen Glaubens über das gesamte römische Reich blicken. Großartig für einen Mann, der die meisten Wegstrecken zu Fuß zurücklegte.
Sie und ich haben Autos, Flugzeuge und Smartphones. Lassen Sie uns mutig weitergehen!