Archive for the ‘Interessantes aus aller Welt’ Category

Personalentwicklung – Vergleich Europa-Asien

Posted on the September 2nd, 2010 under ABC-Thematik, Allgemein, Interessantes aus aller Welt, Personal by Knoblauch

In München fand ein wichtiges Jubiläum statt. Dort hatte ich ein hochinteressantes Gespräch mit Prof. Dr. Eduard Gaugler. Er ist das Urgestein des deutschen Personalwesens. Viele Institutionen und Zeitschriften verdanken ihm ihren Ursprung. Trotz seiner 82 Jahre ist er als Personaler in seinem Institut für Mittelstandsforschung an der Mannheimer Universität noch viel beschäftigt. Ich wollte von ihm wissen, wie sich deutsche Personalentwicklung z. B. zu unseren Hauptwettbewerbern in Asien unterscheidet. Herr Gaugler: „Es ist z. B. für einen Japaner wahnsinnig schwierig, in einem in Deutschland tätigen Tochterunternehmen mit dem Betriebsrat zurechtzukommen. Wenn er aus einem größeren japanischen Unternehmen kommt, ist er es gewohnt, seine Betriebsgewerkschaft zu haben, deren oberstes Ziel in der Aufrechterhaltung der Profitabilität des Unternehmens liegt. Er begegnet dem Unternehmen in einer ganz anderen Grundhaltung.“ Ein für Asiaten besonders schwieriges Thema ist die Entlassung von Mitarbeitern: „Eines der interessantesten Gespräche war in Tokio vor vielen Jahren, als zwei Betriebsgewerkschaftsfunktionäre zu mir kamen und mit mir ein Gespräch haben wollten, ob die Reduzierung der Belegschaft partnerschaftlichen Ideen und Grundsätzen entspräche. Wir haben das natürlich miteinander durchdiskutiert, und ich konnte aufgrund unserer eigenen Beobachtungen nur sagen, dass es Situationen für ein Unternehmen geben kann, wo es zur ethischen Pflicht eines Unternehmens gehört, die vorhandene Zahl und Qualifikation der Mitarbeiter im Hinblick auf die erwartbare Entwicklung des Unternehmens zu überprüfen.“

Griechenland schlägt zurück!

Posted on the Mai 13th, 2010 under Interessantes aus aller Welt by Knoblauch

Vergangenen Donnerstag ging es in meinem Blogbeitrag um die Korruption in Griechenland. Am Freitag schickt mir ein guter Freund den berühmten Brief des Stern-Autor Walter Wüllenweber. Wenn Sie den „Liebe Griechen”-Brief nicht kennen, können Sie hier die fünf hoch interessanten Seiten nachlesen.

Dieser Brief wurde über das Internet weit verbreitet und natürlich auch ins Griechische übersetzt. Was jetzt passiert, ist überraschend: Eine Vielzahl von Menschen, rund um den Globus melden sich zu Wort.

„Show some understanding, Auntie”, bittet ein Grieche. Wüllenweber hatte Deutschland als eine Tante dargestellt, die einem die ganze Kindheit und Jugend hindurch das Sparschwein füttert. Die Geldtante erwartet ja keinen Dank, sie will ja nur, dass man sich auch mal in ihre Lage versetzt. So der Brief.

Griechen rund um die Welt, die diesen „Liebe Griechen”-Brief gelesen haben, sind erzürnt. Deutschland sei seinen Reparationszahlungen im Nazi-Deutschland nicht nachgekommen usw. Schließlich habe Griechenland keine Autoindustrie und keine Rüstungsindustrie. Das alles kaufe man von Deutschland und das sei doch mehr Wert als alle EU-Zuschüsse. Wegen der fehlenden Industrie hätten viele Griechen halt nur einen Beamtenjob.

Ein in den USA lebender Grieche sagt: Wir Amerikaner beschützen euch Deutsche seit 60 Jahren. Das hat euch Milliarden in eurem Verteidigungshaushalt gespart, deswegen könnt ihr euch 12 Wochen Urlaub im Jahr leisten und euer Schul- und Gesundheitssystem kostet euch nichts. Und so geht es Land für Land. Die Finnen sagen: Das größte Problem in Griechenland ist nicht das Geld, sondern Täuschen, Tarnen, Tricksen. Die Financial Times dagegen ist einsichtig. Sie hat das Wort PIIGS (Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien) aus ihrem Vokabular gestrichen …

Wenn Griechenland pleite geht, müssten wir die Hälfte der Schulden abschreiben. Das sind immerhin ca. 300 Mrd. Euro, davon 43 Mrd. aus Deutschland. Lebensversicherungen und Renten wären dann in Deutschland hart getroffen.

Die Griechenland-Story wird uns also noch einige Zeit in Atem halten. Hoffen wir das Beste!

Korruption lähmt Griechenland

Posted on the Mai 7th, 2010 under Interessantes aus aller Welt by Knoblauch

Unsere CDU-Europaabgeordnete schreibt heute in unserer lokalen Zeitung, dass Griechenland seit 1997 insgesamt 955 Millionen Euro Strafzahlungen an die EU leisten musste. Sie war letzte Woche in Athen. Ein wichtiges Wort ist Fakelaki. Fakelaki heißt „kleine Umschläge”. Da liegt das Geld drin, wenn man etwas beschleunigen will. Laut Transparency International zahlte jeder Grieche im Jahr durchschnittlich 1355 Euro Bestechungsgeld, wenn es darum ging, die Ausstellung eines Führer -/Fahrzeugscheins zu beschleunigen, eine Baugenehmigung zu kaufen oder die Ergebnisse einer Steuerprüfung manipulieren zu wollen. Durch Korruption und Bestechung sind Operationen in öffentlichen Krankenhäusern bis zu 5-mal so teuer wie in Deutschland und somit für viele Griechen nicht mehr bezahlbar. Bestechungsgeld wird gewöhnlich in einem Briefumschlag (Fakelaki) unter dem Tisch übergeben.

Die Bibel sagt im Psalm 14,3 „Alle haben sich von meinen Geboten abgewandt und wurden korrupt. Niemand tut Gutes, auch nicht einer.”

Toyota – Ist der Ruf erst ruiniert …

Posted on the März 2nd, 2010 under Interessantes aus aller Welt by Knoblauch

toyotalogoWie lange es dauert, einen guten Ruf aufzubauen und wie schnell dieser ruiniert ist, kann man in diesen Tagen am Beispiel Toyota sehen. Für viele Jahre war Toyota für uns das Vorbild schlechthin. Wir haben die Toyota-Bücher gelesen, weil dort Management vom Feinsten drin stand. Die Wirtschaftswoche sprach über Toyota sogar als „eine Klasse für sich, Lichtjahre von dem entfernt, was in Deutschland sonst so üblich ist”.Die Rückrufaktionen wegen klemmender Bremspedale sind in aller Munde. Weitere Rückrufaktionen stehen bevor. Offensichtlich sind die Journalisten der Ansicht, dass sich Toyota damit zu viel Zeit gelassen hat.

Selbst die Bibel sagt: „Ein guter Ruf ist mehr wert als ein gutes Parfum.” (Prediger 7,1)Und an anderer Stelle heißt es: „Gib dem guten Ruf den Vorzug vor Reichtum, denn die Anerkennung der Menschen ist besser als Silber oder Gold.” (Sprüche 22,1)

Jetzt ist der Super-Gau eingetreten: Autobesitzer beklagen die gefallenen Preise ihrer Fahrzeuge. Die Händler beklagen den Absatzeinbruch und Investoren den Kurssturz. Der Gesamtschaden lässt sich kaum beziffern. Wie lange es braucht, um den doch sehr ramponierten Ruf wieder herzustellen, bleibt abzuwarten.

Unternehmersein macht gesund und fröhlich

Posted on the Februar 11th, 2010 under Interessantes aus aller Welt by Knoblauch

Wir wussten es schon immer: Unternehmersein hält fit! Dieser Tage starb die älteste Kleinunternehmerin in Großbritannien nach 80 Jahren Selbstständigkeit. Der BBC war es eine Meldung wert, der Sun und auch dem Spiegel. Selbst auf Wikipedia hat sie jetzt einen Eintrag. Gruendungszuschuss.de hat dies kommentiert.„Im Januar starb mit 102 Jahren Connie Brown, die älteste Kleinunternehmerin des Vereinigten Königreichs. 1928 hat sie zusammen mit ihrem Mann in Pembroke (Wales) einen Fish-and-Chips-Shop eröffnet. Nach dem Tod ihres Mannes 1964 betrieb sie den Laden zusammen mit Sohn und Schwiegertochter weiter. Die Stadt erwartet eine der größten Beerdigungen in ihrer Geschichte.

Connie Brown war nicht nur die älteste Selbstständige, sondern auch die älteste berufstätige Frau Großbritanniens. Sie arbeitete bis zuletzt sechs Tage in der Woche in ihrem Laden. Für ihre gesellschaftlichen Verdienste wurde sie 2006 von der Queen geehrt durch die Ernennung zum „Member of the British Empire” (MBE). In Pembroke gilt Connie Brown als Legende. In Anlehnung an den Film „The Godfather” („Der Pate”) wurde Brown als „The Codmother” („Die Kabeljau-Mutter”) bekannt.

Am 21. Januar 2010 starb Brown nach kurzem Krankenhausaufenthalt - dem ersten in ihrem Leben. Das letzte öffentliche Ereignis, an dem sie teilnahm, war ein Charity Event, bei dem sie auf dem ersten von zwölf Motorrädern saß, die durch die Stadt fuhren. Brown war in eine Decke eingewickelt, trug Leder und einen Motorradhelm - sowie ein breites Lächeln.”

A,B oder C – die einflussreichste christliche Gemeinde arbeitet nach diesem Prinzip

Posted on the Februar 2nd, 2010 under Allgemein, Erlebnisse und Impressionen, Interessantes aus aller Welt by Knoblauch

img_2442Am Wochenende hatte ich die Ehre, mit Bill Hybels (Autor des Buches: „Die Kunst des Führens”) zu Abend zu essen. Wer ihn nicht kennt: Er ist Pastor in den USA und hat eine Gemeinde mit sonntäglich 23.000 Gottesdienstbesuchern. Er war in Karlsruhe, um 8.300 christliche Leiter zu schulen.Hybels ist bekannt für den Satz „Ich habe zu viel Zeit meines Lebens mit Mitarbeitern zugebracht, die nur mittelmäßige Leistung brachten.”

Ich habe ihn gefragt: Wie kann ein Pfarrer so etwas sagen? Hat nicht Jesus alle gleichermaßen geliebt. War er nicht mit allen unterwegs die ihm folgten.

Seine kurze und knappe Antwort: Genau das Gegenteil ist der Fall. „Jesus was very selective.” Seine Jünger waren „handverlesen”. Er ging auf sie zu und hat sie einzeln berufen. In der Bibel gibt es genügend Beispiele, wo Menschen in diesen erlesenen Kreis seiner Schüler/Mitarbeiter kommen wollten, er es aber nicht zugelassen hat. Er hat zwar zu allen Menschen gepredigt, aber in den Genuss der Ausbildung kamen nur die 12.

In Bezug auf seine wachsende Arbeit sagte er: Ich predige darüber wenig, aber ich habe dieses Konzept ständig vor meinen Augen. Es hat mir geholfen, eine völlig neue Sichtweise der Dinge zu bekommen.

Was hat die in letzter Minute vereitelte Flugzeugkatastrophe in Detroit mit A-, B- und C-Mitarbeitern zu tun?

Posted on the Januar 14th, 2010 under Allgemein, Interessantes aus aller Welt by Knoblauch

Obamas wohlverdienter Weihnachtsurlaub wurde ihm erst einmal gründlich vermasselt. Der Chef der USA reibt sich verwundert die Augen und redet von „vollkommen inakzeptablen” Zuständen.

• Da ist ein Nigerianer, der sein Flugticket in Cash bezahlt.
• Er kauft ein One-Way-Ticket, hat aber keinen Koffer dabei.
• Die Regierung weiß, dass Umar Farouk Abdulmutallab im Jemen Kontakte zu Extremisten geknüpft hat.
• Die Geheimdienste wissen, dass Al-Qaida von Jemen aus gegen die USA zuschlagen wollte.
• Der Vater des mutmaßlichen Attentäters hatte die Behörden schon Monate vor dem Attentat vor den radikalislamischen Überzeugungen seines Sohnes gewarnt. Und zwar sowohl die US-Botschaft, als auch nigerianische Sicherheitsvertreter.
• Der Name des Flugzeugattentäters taucht 4 Wochen vor Weihnachten wegen möglicher Verbindungen zu Al-Qaida in US-Geheimdienstberichten auf.
• Im Mai verhängten die Britischen Behörden ein Einreiseverbot gegen ihn. Seit dem stand er auf einer Britischen Beobachterliste.
• Der Nigerianer schrieb regelmäßig in islamischen Internetforen. Es gibt von ihm mehr als 300 Beiträge, in denen unter anderem von „Dschihad” gesprochen wird.
• Anfang Dezember belauscht ein amerikanischer Nachrichtendienst die Gotteskrieger im Jemen. Dort wird gesagt: Ein „nigerianischer Junge” sei für einen Anschlag vorbereitet worden.

Bei so viel Dilettantismus, Bürokratie und Unaufmerksamkeit stellt sich sofort die Frage nach A, B und C. Ich will niemand verdächtigen, dass er nicht das Beste für sein Land will, aber das klingt doch alles sehr nach „Dienst nach Vorschrift”. Also eine typische B-Leistung. Jeder beruft sich auf irgendwelche Vorschriften.

Der Einzige der sich nicht auf Vorschriften beruft, ist der Holländer Jasper Schuringa. Er drückt nicht de roten Klingelknopf und ruft nach der Stewardess, sondern wirft sich - nachdem er Flammen bemerkt - auf den Nigerianer und verhindert damit die Katastrophe.

Und wieder mal ein Beweis, dass B-Mitarbeiter nicht die Lösung sind. Es sind die A-Mitarbeiter. Leider gibt es davon nur sehr wenige.

Masterplan und ein Gläschen Rotwein

Posted on the Januar 5th, 2010 under Erlebnisse und Impressionen, Interessantes aus aller Welt by Knoblauch

Diejenigen, die mich kennen, die wissen, wo ich um diese Jahreszeit zu finden bin. 20 Jahre habe ich nach dem idealen Vacation-Spot gesucht und ich habe ihn gefunden. Longboat Key in Sarasota, Florida. Nirgendwo ist der Sand schöner, der Strand menschenleerer, das Wasser wärmer und die Sonnenuntergänge sind einfach legendär. Hier am Strand zu sitzen und über wichtige Fragen des Lebens nachzudenken, kommt beinahe automatisch. “Visionizing” nennen das die Amerikaner, wenn sie sich Gedanken über eine gute Zukunft machen.

Ich lade Sie ein: Machen Sie es wie ich: Nehmen Sie Ihren Masterplan, trinken Sie ein Gläschen Rotwein, gehen Sie in die Stille und hören Sie in sich hinein und auf das, was Gott Ihnen sagt.

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Wer klare Ziele hat, ist klar im Vorteil – 2010 steht vor der Tür

Posted on the Dezember 31st, 2009 under Allgemein, Erlebnisse und Impressionen, Interessantes aus aller Welt by Knoblauch

In meiner Weihnachtsvorlesung geht es auch um das Thema „persönliche und unternehmerische Planung”. Die meisten der Studenten können damit allerdings nicht sehr viel anfangen. Getreu dem Motto: „Der Weg ist das Ziel!” wollen sie jetzt einfach mal das Studium hinter sich bringen, und dann wird man schon weiter sehen. Ganz anders einer der anwesenden Erstsemester. Er kann seine Ziele klar benennen. Sein Haus am Redondo-Beach in Los Angeles, seine zwei Sportwagen usw. hat er auf einem großen Poster an der Wand seiner Studentenbude. Bevor er abends einschläft, schaut er sich dieses Bild noch einmal an, und wenn er morgens aufwacht, dann hat er dieses Bild als erstes im Blick. Wie zum Beweis nimmt er sein Apple iphone aus der Tasche, schaltet es an, und auf dem Startbild erscheint eine amerikanische Greencard, seine Eintrittskarte. 

blog_2009_12_31_-ziele-apple-iphone Um diese Eintrittskarte kämpft er derzeit.In der Pause spricht er mich an: Seine einzige Sorge: Was ist, wenn ich 49 Jahre alt bin und das alles erreicht habe? Wir reden auch darüber, dass diese tollen materiellen Ziele ihm irgendwie keine letzte Befriedigung schaffen. Und wir reden auch darüber, dass dieses Loch in seiner Seele nicht mit materiellen Gütern zu füllen ist. Gott, der jedem von uns das Leben schenkt, hat nicht nur eine Sehnsucht nach Villen und schnellen Autos in uns hineingelegt - und plötzlich reden wir über Weihnachten und was es heißt, Gott in sein Leben einzuladen. Es gibt letzte Fragen, die nicht mit Euros zu beantworten sind, dazu braucht es sinnstiftende Antworten. Die sind in der Bibel und bei Jesus Christus zu finden.

Trotz allem ist diese Zielorientierung beeindruckend. Viele global bekannte Persönlichkeiten haben in jungen Jahren ihre Ziele geklärt. Ob Margret Thatcher oder Helmut Kohl, sie wussten alle als Jugendliche schon, dass sie eines Tages ein Land regieren. Vor einigen Wochen wurde Dr. Kristina Köhler als Bundesfamilienministerin vereidigt. Zufall? Nicht wirklich! Mit 14 Jahren ist sie in die Partei eingetreten. Warum gerade mit 14? Nun, weil man eben nicht früher eintreten kann. Wenige Tage danach fand die erste Sitzung ihres Ortsverbandes statt. Es ging um anspruchsvolle, fachliche Fragen, denen sie nicht folgen konnte. Sie hat die Zeit genutzt, die Namen aller diensttuenden Minister in Bonn auswendig zu lernen und hat am Ende der Versammlung darum gebeten, auswendig aufsagen zu dürfen.

Jetzt - 18 Jahre später - ist sie die jüngste Ministerin in Deutschland. Natürlich gibt es Hunderte, die in den Startlöchern sitzen und gerne Bundesminister wären. Wenn jemand mit 14 Jahren klar weiß, dass er Berufspolitiker werden will, dann ist dies beeindruckend. Wenn er dann noch das richtige Networking betreibt und seit Jahren mit Bundeskanzlerin Angela Merkel Kontakt hält, dann sind das richtige Meilensteine auf so einem Weg.

Vor einigen Tagen war ich mit einer Runde mittelständischer Unternehmer zusammen. Ich habe jeden einzelnen gefragt: Wie klar hast du deine Ziele für 2010? Die meisten antworteten: 60-80 Prozent. Reicht das? Ich meine nicht!

Rausschmiss wegen einer Maultasche oder eines Fischbrötchens?

Posted on the Dezember 22nd, 2009 under Allgemein, Interessantes aus aller Welt by Knoblauch

Jeder kennt die Beispiele. Kündigung wegen Bagatelldelikten. Da ist der 58-jährige Gabelstaplerfahrer, der aus einem zu Bruch gegangenen Karton eine Milchschnitte gegessen hat, die im Supermarkt 26 Cent kostet. Da ist die 58-jährige Konstanzer Altenpflegerin, die 6 Maultaschen mitnehmen wollte, die eigentlich für die Mülltonne bestimmt waren. Da ist die Sekretärin, die eine Frikadelle und zwei halbe Brötchen verspeist und trotz 34-jähriger Betriebszugehörigkeit gekündigt wird. Da ist die Küchenhilfe, die wegen drei nicht mehr verkäuflichen Fischbrötchen davon gejagt wird. Da ist der vermutete Diebstahl eines 500-Gramm-Brotes, verursacht durch einen Teigmacher nach 31 Jahren Betriebszugehörigkeit. Da geht es um zwei Leergutbons im Wert von 31 Euro, die der Kassiererin Barbara E. in einer Kaise-Filiale zum Verhängnis werden. Und da ist der Oberhausener Industriearbeiter, der sein privates Handy an der Firmensteckdose auflädt und wegen einem Schaden von 0,014 Cent gekündigt wird.Die Öffentlichkeit ist erschüttert, die Gewerkschaft ist empört. Was ist in Deutschland los, dass wegen solcher Lappalien langjährige Mitarbeiter gekündigt werden? Es ist von sozialer Kälte die Rede und von einer Verrohung der Gesellschaft.

Ich sage Ihnen, der Grund liegt woanders. Wenn Sie in diese Fälle tiefer reinleuchten, dann stellt sich das Thema etwas anders dar. Immer mehr Firmenchefs wissen um die Dramatik von A, B und C. Sie kennen den berühmten Satz von Jack Welch: „Selbst wenn ein C-Mitarbeiter umsonst arbeiten würde, er wäre zu teuer!”

Ganz offensichtlich handelt es sich hier um Mitarbeiter, von denen man sich schon lange trennen will. Aufgrund langjähriger Zugehörigkeit ist dies jedoch sehr, sehr teuer beziehungsweise aufgrund von Schwerbehinderung gar unmöglich.

Warum ich das behaupte? Schließlich haben sich an dem süßen Snack viele Mitarbeiter gütlich getan, aber nur einen hat es getroffen. Oder: Was macht eine Firma mit einem Gabelstaplerfahrer, der nach einem Bandscheibenvorfall extrem viele Fehltage hat, sich nur noch mit starken Medikamenten über Wasser hält und laut ärztlichem Attest noch maximal 5 kg heben kann. Offensichtlich hat die Firma für diesen Mitarbeiter keine „Verwendung” mehr.

In der jetzigen Krise stehen Unternehmen in einem massiven Überlebenskampf. Trennungen sind in Deutschland faktisch nicht möglich. Wenn sich jetzt eine Gelegenheit bietet - und wenn es nur um 0,014 Cent geht - dann ist dies ein willkommener Anlass, der sich so wahrscheinlich nie mehr bieten wird.

Wenn dann ein Chef hinterher um Entschuldigung bittet, seine Reaktion als überzogen bezeichnet, die Kündigung selbst aber nicht zurück nimmt, dann zeigt dies genau den Punkt. Die Öffentlichkeit soll beschwichtigt werden, die Trennung aber bleibt, denn diese Chance kommt so schnell nicht wieder.

Dass man kleinste Verfehlungen zum Anlass für einen Rauswurf nimmt, ist natürlich ein Verstoß gegen Ethik und Moral. Mit der Erkenntnis von A, B und C gibt es allerdings neue Spielregeln am Markt. Mitarbeiter müssen verstehen, dass es nicht um Fischbrötchen oder einzelne Maultaschen geht, sondern dass es um ihre Leistung und Motivation insgesamt geht. Wenn diese nicht mehr passt, dann muss ein Bagatelldelikt herhalten um die Kündigung zu rechtfertigen. Die Diskussion um Obergrenzen führt deshalb auch nicht weiter. Es geht nicht um einen bestimmten Geldbetrag, es geht darum, einen Anlass zu finden, wie man sich von demotivierten Mitarbeitern trennt.