Posts Tagged ‘C-Mitarbeiter’
Mein Kollege, der zwei Schreibtische weiter sitzt, kauft sich einen 5er-BMW. Der Verkäufer war äußerst zuvorkommend und hat gut beraten. Sowohl das Auto als auch die Beratung hat begeistert. Allerdings nach wenigen Tagen: Die Kontrollöllampe leuchtet am Armaturenbrett auf. Der Kunde versucht den Verkäufer anzurufen. Erstaunlicherweise war dieser dann nicht mehr erreichbar und wie vom Erdboden verschluckt. Man hat den Kunden an ein Service-Team verwiesen mit der lapidaren Aussage: „Woher das kommt, können wir auch nicht sagen. Da müssen Sie vorbeikommen.” Der Kunde nimmt zwanzig Minuten auf sich und macht sich auf den Weg in die Werkstatt. Dort angekommen verbringt der Kunde weitere zwanzig Minuten mit warten. Eine Stunde Zeitaufwand, um den Fehler an einem Fahrzeug, das nagelneu ist und 50.000 Euro gekostet hat, herauszufinden.
Was das Fass zum Überlaufen gebracht hat: Der Servicemann kam zurück und sagte zu meinem Kollegen: „Es haben nur zwei Liter Öl gefehlt. Wir haben das nachgefüllt. Wollen Sie das gleich bar bezahlen oder sollen wir eine Rechnung schreiben?”
Womit wieder einmal bewiesen wäre: A-Mitarbeiter liefern guten Service.
C-Mitarbeiter dagegen schaffen es, die besten und geduldigsten Kunden zu vertreiben. Mittlerweile fährt mein Kollege einen Audi.
Kürzlich habe ich eine Story im Personal-Newsletter „Personalintern” gelesen:
„Eine Mitarbeiterin ließ sich krankschreiben und nahm in dieser Zeit an einem Marathonlauf teil. Daraufhin hat der Arbeitgeber ihr für diese Zeit keinen Lohn gezahlt. Die Frau klagte mit dem Argument, sie hätte ein psychisches Leiden und ihr Arzt habe ihr empfohlen Sport zu treiben. Das Arbeitsgericht Mannheim wies die Klage ab, weil das Attest durch den Langstreckenlauf unglaubwürdig geworden sei. Auch ein Marathonlauf könne psychisch belastend sein.”
Ein weiterer Beleg, dass es Menschen gibt, die in ihrer Freizeit A-Leistungen abliefern. Wenn es aber um unsere unternehmerischen Anliegen geht, dann ist die Leistung ein glattes C.
Die Weihnachtsfeier steht vor der Tür! Sicherlich auch in Ihrem Unternehmen. Eine Geschäftsführerin einer Steuerkanzlei klagte vor einigen Tagen, wie enttäuschend sie die letzte Weihnachtsfeier mit ihren Angestellten erlebt hatte. Der erste Ausfall war ein Mitarbeiter, der sich Karten für das Varieté besorgt hatte. Ein weiterer meldete sich an dem Tag krank. Zwei Kollegen klagten, dass sie ja eigentlich Feierabend hätten.
Das Ende vom Lied: Am Abend der Weihnachtsfeier kam eine einzige Mitarbeiterin – übrigens ihre beste Kraft. Offensichtlich gibt es in dieser Kanzlei nicht nur A-Mitarbeiter.
Zur Erheiterung mal wieder ein C-Geschichte. Die Rede ist vom Autohaus Gerberding. In der Zeitschrift „auto motor und sport“ gab es folgenden Artikel dazu: Das Bistro erinnert an ein Behörden-Wartezimmer, im restlichen Betrieb scheint die Zeit in den siebziger Jahren stehen geblieben zu sein. Sieben Mitarbeiter tun sehr beschäftigt, für Kunden hat keiner ein Auge. Als wir endlich zu einem Meister vordringen, grummelt er nur was von „kein Termin“. Schließlich findet er die Anmeldung doch noch, verabschiedet sich aber ohne gemeinsamen Gang zum Auto und ohne Arbeitsumfänge zu erläutern. Dies passiert auch nicht beim Rückruf am nächsten Vormittag, stattdessen überrascht uns die Nachricht, dass das Auto fertig sei. Auch die Abholung geht zügig über die Bühne: An der Kasse bezahlen, fertig. Passend zum unterirdischen Service fiel auch die Arbeitsleistung auf: Von den sechs Mängeln wurde nur einer korrekt behoben. Nicht bemerkt wurde der niedrige Servoölstand, die ausgehängte ABS-Leitung, der lose Motorhaubenfanghaken und die defekte Handschuhfachbeleuchtung.
Vor ein paar Tagen habe ich eine besondere C-Geschichte erlebt: Der Delta-Flug 117 von Stuttgart nach Atlanta dauert lange, und es ist eine ziemlich alte Maschine, in der man extrem eng sitzt. Aber das ist alles okay. Ich habe jede Menge Arbeit dabei, und da vergesse ich dann
solche Dinge sehr schnell.Aber dieses Mal ist jedoch die Maschine bis auf den letzten Platz besetzt, und das Dumme: Das Licht am Sitzplatz funktioniert nicht. Damit es im Innenraum schön dunkel ist, werden die Passagiere immer wieder über Lautsprecher aufgefordert, die Blenden am Fenster herunterzuziehen, damit die in der Kabine laufenden Filme auch gut zur Wirkung kommen.
Ich frage eine der Stewardessen, ob sie das mit dem Licht reparieren kann. Sie sagte, sie kümmert sich. Nach einer Stunde frage ich eine andere Stewardess, ob sie das mit dem Licht reparieren kann. Nein, aber sie wird es notieren. (Notieren heißt in diesem Fall: Sie ruft es einer anderen Stewardess zu, dass die das irgendwo eintragen soll. Ich vermute, dass sie selbst nicht schreiben kann, was ja bei Amerikanern sehr oft der Fall ist.)
Wenige Stunden vor Ankunft werden Plätze frei, weil dort die Stewardessen sitzen. Keine Ahnung, eigentlich sind die ja zum Arbeiten da. Aber die haben immer die besonders schönen Plätze, wollen auch nicht gestört werden und ziehen deshalb einen Vorhang zu. Jetzt wird Essen serviert, und ich bitte höflich um Genehmigung, ob ich auf einen der frei werdenden Plätze sitzen kann, denn mein Licht funktioniert nicht. – Ja, das ist okay.
20 Minuten später kommt eine Stewardess und sagt: „Hier zu sitzen ist zwar in Ordnung, aber ein Getränk hier zu trinken ist nicht in Ordnung.” Ich starre fassungslos auf mein Glas Wasser, das vor mir steht. Sie sieht mein Erstaunen und sagt: „If you spill it the seat will be wet and it is not acceptable that we sit on a wet seat.” (Falls Sie Ihr Glas Wasser verschütten, dann ist nämlich der Sitz nass, und es ist nicht okay, wenn eine Stewardess auf einem nassen Sitz sitzen muss.)
Delta ist dabei, sich neu aufzustellen und hat einen Wahnsinnsetat, um sich ein moderneres Image zu geben. Schade, dass wieder einmal C-Mitarbeiter alles ruinieren.
Marc-Wilhelm Kohfink ist Chefredakteur des „Chefletter”, der bei VNR erscheint. Er ist einer unserer Fans der ABC-Denkweise. Im Chefletter-Brief vom 26. Mai hat er folgenden Beitrag:
A-Mitarbeiter für A-Kunden und C-Mitarbeiter für C-Kunden
Rückels Jugendliche sind motiviert, weil es ihm gelingt, ihnen ein Angebot zu machen, das zu ihnen passt. Das funktioniert auch bei Ihnen. Geben Sie schwach motivierten Mitarbeitern keine Aufgaben, für die sie stark motiviert sein sollten. Unter Umständen ist es ratsam, dafür Aufgaben in der Firma neu zu verteilen. So ist es z. B. nicht wirtschaftlich, wenn Kunden mit hohem Umsatzpotenzial von denselben Mitarbeitern besucht werden, die auch Märkte von geringerer Bedeutung und meist gleich bleibendem Auftragsvolumen bereisen.
Es wäre besser, wenn hoch motivierte Mitarbeiter gezielt auf solche Kunden angesetzt werden, die hohe Erträge versprechen, und Mitarbeiter mit geringerem Leistungsvermögen Kunden mit geringeren Potenzialen betreuen.
Mit meinem Seminar „Die besten Mitarbeiter finden und halten” sind wir gerade sehr viel in Hotels unterwegs. Dieser Tage nun waren wir in einem Großstadthotel. Endlich an der Rezeption angekommen, sagt die Dame forsch und knapp: „Einchecken?” „Nein”, sage ich, „wir sind von der Firma tempus und machen hier ein Seminar.”Sie jetzt schon etwas unwirsch: „Einchecken?” „Nein, wir sind von der Firma tempus …”
Darauf geht sie wortlos zu ihrem männlichen Kollegen. Der schreibt etwas auf einen Zettel, gibt uns einen Schlüssel, und jetzt geht es auf die Suche nach dem Seminarraum.
Endlich im Seminarraum angekommen ist dort ein türkischer Mitarbeiter, Herr Ö. Er hat ein strahlendes, breites Lächeln und sagt: „Guten Morgen, ich hoffe, Sie hatten eine gute Fahrt.” Dann fragt er überaus freundlich, wer einen Cappuccino will und wer einen Kaffee. Danach hilft er, den Raum herzurichten usw.
Während des Tages hat er sich immer wieder erkundigt, ob irgendetwas fehlt. Unseren Seminarteilnehmern ist dieses freundliche Verhalten aufgefallen, genau so wie ihnen aufgefallen ist, wie barsch man am Empfang abgefertigt wird.
Einer der Teilnehmer sagt: „Wenn Sie bei mir arbeiten würden, ich würde Sie befördern.”
Ein anderer Teilnehmer fragt unseren netten türkischen Serviceangestellten, warum er diese positive Haltung hat. Darauf er strahlend: „Na ja, es gibt immer 3 Sorten von Menschen: Welche, die das fürs Geld machen und welche, die einfach ihre Zeit totschlagen. Ich mache das, weil es mir Spaß macht. Dabei legt er seine rechte Hand auf sein Herz, macht eine leichte Verbeugung und hat wieder sein breites, gewinnendes Lächeln. Jetzt brauchen Sie sich nicht mehr zu fragen, ob A, B oder C …