Frankfurt, Leipzig und Stuttgart … Letzte Woche habe ich mein Seminar „Die besten Mitarbeiter finden und halten“ durchgeführt. Es ist schön zu sehen, wie Unternehmer bereit sind, ihre Personalarbeit zu verbessern.
Wenn ich von A-Mitarbeitern spreche, denken die Teilnehmer meist: „Aha, du brauchst eben die Kombination: Einige Alpha-Tiere, die vorangehen. B-Mitarbeiter, weil die ordentlich abarbeiten. Es braucht nicht nur Häuptlinge es braucht auch Indianer.“ Meine Antwort: „Achtung: Dies ist ein Missverständnis. Mit A-Mitarbeitern sind nicht Alpha-Tiere gemeint. A-Mitarbeiter sind einfach exzellente Mitarbeiter und die brauchen Sie auf jeder Ebene. Auch Ihre Putzfrau sollte A sein. Mal ganz ehrlich: Jeder B ist eine Katastrophe. Mit ‚ordentlich arbeitenden Menschen’ ist heute nichts mehr zu erreichen.“ Sie brauchen selbstständig handelnde und motivierte Mitarbeiter, eben A-Mitarbeiter. Mit B-Mitarbeitern kann man keinen Kunden beeindrucken und schon gar keine Aufträge an Land ziehen.
Ein Unternehmer schrieb mir: „Lieber Herr Knoblauch, jetzt weiß ich, was mein Problem ist: Ich sehe meinen Betrieb mit völlig anderen Augen. Ich habe keinen einzigen A-Mitarbeiter. Meine 12 Mitarbeiter sind durchweg B-Mitarbeiter. Alles nette, halbwegs ordentlich arbeitende Leute, aber keiner hat wirklich Herzblut, keiner versteht sich als Unternehmer, keine Kundenverblüffung. Jetzt weiß ich endlich, warum wir kein Geld verdienen.“
Mit meinem Seminar „Die besten Mitarbeiter finden und halten” sind wir gerade sehr viel in Hotels unterwegs. Dieser Tage nun waren wir in einem Großstadthotel. Endlich an der Rezeption angekommen, sagt die Dame forsch und knapp: „Einchecken?” „Nein”, sage ich, „wir sind von der Firma tempus und machen hier ein Seminar.”Sie jetzt schon etwas unwirsch: „Einchecken?” „Nein, wir sind von der Firma tempus …”
Darauf geht sie wortlos zu ihrem männlichen Kollegen. Der schreibt etwas auf einen Zettel, gibt uns einen Schlüssel, und jetzt geht es auf die Suche nach dem Seminarraum.
Endlich im Seminarraum angekommen ist dort ein türkischer Mitarbeiter, Herr Ö. Er hat ein strahlendes, breites Lächeln und sagt: „Guten Morgen, ich hoffe, Sie hatten eine gute Fahrt.” Dann fragt er überaus freundlich, wer einen Cappuccino will und wer einen Kaffee. Danach hilft er, den Raum herzurichten usw.
Während des Tages hat er sich immer wieder erkundigt, ob irgendetwas fehlt. Unseren Seminarteilnehmern ist dieses freundliche Verhalten aufgefallen, genau so wie ihnen aufgefallen ist, wie barsch man am Empfang abgefertigt wird.
Einer der Teilnehmer sagt: „Wenn Sie bei mir arbeiten würden, ich würde Sie befördern.”
Ein anderer Teilnehmer fragt unseren netten türkischen Serviceangestellten, warum er diese positive Haltung hat. Darauf er strahlend: „Na ja, es gibt immer 3 Sorten von Menschen: Welche, die das fürs Geld machen und welche, die einfach ihre Zeit totschlagen. Ich mache das, weil es mir Spaß macht. Dabei legt er seine rechte Hand auf sein Herz, macht eine leichte Verbeugung und hat wieder sein breites, gewinnendes Lächeln. Jetzt brauchen Sie sich nicht mehr zu fragen, ob A, B oder C …