Jedes Jahr immer wieder spannend – wie viele A-, B- und C-Mitarbeiter hat Deutschland?
Das Gallup-Institut hat erneut die Mitarbeiterbindung gemessen: Wie hoch ist die emotionale Bindung der deutschen Arbeitnehmer an ihr Unternehmen?
Im Jahr 2011 wurden insgesamt 1.323 Arbeitnehmer/innen in Deutschland ab 18 Jahren befragt. Die Befragten wurden zufällig ausgewählt und per Telefon interviewt.
Miesmacher: C-Mitarbeiter C-Mitarbeiter sind Arbeitnehmer ohne emotionale Bindung zum Arbeitsplatz, arbeiten aktiv gegen das Interesse des Unternehmens und haben bereits innerlich gekündigt. Die Kosten dieser innerlichen Kündigung belaufen sich auf 124 Milliarden Euro jährlich. Die Zahl der C-Mitarbeiter ist um 2 % angestiegen. Dies sei, laut Gallup, aber kein Grund zur Beunruhigung. Solche Unterschiede sind bei 1.323 Befragten nicht signifikant.
Mitmacher: B-Mitarbeiter B-Mitarbeiter sind in Deutschland zu 63 % vertreten. Sie sind mit dem Unternehmen nur gering emotional verbunden und leisten „Dienst nach Vorschrift“. Kennzeichnend sind auch mehrere Fehltage im Jahr und eine höhere Fluktuationsquote.
Mutmacher: A-Mitarbeiter Die Zahl der A-Mitarbeiter ist um 1 Prozent gestiegen. Diese Mitarbeiter verwandeln alles in Gold. Sie sind dem Arbeitgeber emotional verpflichtet und sind mit Leib und Seele im Einsatz.
Hier sehen Sie die aktuelle Grafik von Gallup:

Wem Ihrer Mitarbeiter würden Sie einen Umzug bezahlen? Schreiben Sie die Namen nieder. Jetzt haben Sie Ihre A-Mitarbeiter identifiziert.
Stellen Sie sich vor, eine Rezession kommt und Sie haben 30 % weniger Umsatz. Wen würden Sie entlassen? Jetzt wissen Sie, wer Ihre C-Mitarbeiter sind.
Wie identifizieren Sie Ihre Mitarbeiter?
Der A-Mitarbeiter ist derjenige, der den Karren zieht. Der B-Mitarbeiter geht nebenher, der C-Mitarbeiter setzt sich obendrauf und lässt sich ziehen. Nach den aktuellen Zahlen der neuesten Gallup-Studie hat sich die Zahl der A-Mitarbeiter in Deutschland von 13 % auf 14 % erhöht. Gleichzeitig ist aber auch der Prozentsatz der C-Mitarbeiter angestiegen. Laden Sie hier die neue Grafik kostenlos herunter.
Wir alle sind auf A-Mitarbeiter angewiesen, denn nur sie begeistern Kunden. In einem leergefegten Arbeitsmarkt wird es immer schwieriger solche Mitarbeiter zu finden. Deshalb: Wenn es darum geht, die richtigen Mitarbeiter zu finden, dann ist keine Mühe zu groß und kein Weg zu weit. Eine Stelle richtig zu besetzen, bedeutet: Die Firma verwandelt sich in eine Goldmine. Die Stelle schlecht zu besetzen, bedeutet: Eine Goldmine verwandelt sich in ein Dreckloch. Also, lassen Sie uns die Weichen richtig stellen! Hier einige Tipps, damit Sie bei der Mitarbeitersuche nicht im Dunkeln tappen.
Nur ein Interview ist zu wenig Mit nur einem (kurzen) Interview bekommen Sie keine vollständige Vorstellung vom Bewerber. In Führungspositionen sollten es drei oder vier Interviews sein. Dabei geht es nicht nur um die üblichen Einstellungsfragen, sondern vor allem um die Werte und Einstellungen des Bewerbers. Die bittere Erfahrung: Wir stellen Mitarbeiter ein wegen ihrer fachlichen Qualitäten (die lassen sich schnell abprüfen) und entlassen sie wegen ihrer charakterlichen Schwächen.
Referenzen prüfen Referenzen, die der Bewerber in seinen Bewerbungsunterlagen nennt, sind nutzlos. Innerhalb des Interviews genannte Namen jedoch sind von extrem hohem Wert. Am besten bei früheren Arbeitgebern nachfragen. Diese wichtige Informationsquelle wird unverständlicherweise kaum genutzt. Meine Erfahrung: Nur jeder 7. bis 10. Personalchef ruft bei mir an, um sich über einen Bewerber zu erkundigen.
Mehrere Meinungen Bei Interviews sollten Sie möglichst viele Leute an den Tisch bringen, durchaus auch mit wechselnder Besetzung. Sechs oder acht Augen sehen eben mehr als nur zwei. Hat der Bewerber den Raum verlassen, stehen alle Beteiligten um ein Flipchart und bereiten das nächste Interview vor. Wo macht es Sinn noch einmal nachzuhaken? Wo hat der Bewerber sich widersprochen?
Keine Kompromisse Wenn der Bewerber im Gespräch nicht alle vollständig überzeugt, machen Sie keinen Kompromiss! Schließlich wollen Sie Ihr Problem lösen und sich nicht ein neues Problem schaffen. Hier müssen Sie hart bleiben. Letztendlich ist doch die Bewerberauswahl das zentrale Kriterium für den Erfolg Ihrer Firma.
Vor einigen Wochen wurde in Berlin das Geheimnis der neuen Gallup-Studie gelüftet:
Die Zahl der A-Mitarbeiter ist von 11 auf 13 Prozent angestiegen. Die Zahl der Bs blieb konstant und die Zahl der Cs ist von 23 auf 21 Prozent gesunken.Ich habe bei der Pressekonferenz noch einmal nachgefragt, ob dies ein gutes Zeichen sei. Immerhin wäre das ja eine Steigerung um knapp 20 Prozent. Nun, die Statistiker sind sich da nicht so ganz sicher. Bei 2.000 befragten Arbeitnehmern über 18 Jahre sind solche Unterschiede wohl noch nicht signifikant.
Hochgerechnet auf die erwerbstätige Bevölkerung ab 18 Jahren hätten gut 7 Mio. Menschen (21 Prozent) keine emotionale Bindung an ihren Arbeitsplatz, sind also C-Mitarbeiter. Diese Beschäftigten verhalten sich destruktiv, was zu Lasten der Leistung und der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens geht. Es sind 3-stellige Milliardenbeträge, die allein durch erhöhte Krankheitstage, fehlende Verbesserungsvorschläge usw. entstehen.
Was ich besonders spannend fand: 21 Prozent C-Mitarbeiter sagen ja noch nichts über deren regionale Verteilung. Die ist allerdings gravierend.
In Baden-Württemberg und Bayern gibt es 17 Prozent C-Mitarbeiter (das ist die niedrigste Rate). In den Ländern des Ostens (Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern) sind es dagegen 26 Prozent. Dies ist die höchste Zahl. Wenn man weiß, dass ein C-Mitarbeiter nicht neutral ist, sondern einer Organisation regelrecht Kraft entzieht, indem er deren Kultur mit Füßen tritt, innerlich gekündigt hat usw., wird man bei diesem Unterschied sehr nachdenklich