1. Referenzen einholen Nehmen Sie sich Zeit für ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren. Holen Sie vor der Vertragsunterzeichnung Referenzen bei den vorherigen Arbeitgebern ein.
2. Aktive Meilensteine Vereinbaren Sie mit Ihrem Mitarbeiter Meilensteine, die er innerhalb der Probezeit erreichen muss.
3. Rechtzeitig trennen Schützen Sie nicht den C-Mitarbeiter, schützen Sie Ihre Belegschaft vor dem C-Mitarbeiter.
4. Leistungskultur etablieren Fordern Sie Leistung und vereinbaren Sie Ziele! Der A-Mitarbeiter wird sich freuen, wenn er einmal zeigen darf, was er kann.
5. Leistung bewerten Geben Sie jedem Angestellten pro Quartal eine Rückmeldung über seine Performance (4-Augen-Gespräch).
6. Wollen oder Können Ist der C-Mitarbeiter nicht willens oder nicht fähig zu besserer Performance? Wenn er nicht will, gilt: „My way or the highway.“
7. Rote Karte zeigen Wenn sich die Leistung von C-Mitarbeitern nicht verbessern lässt, schnell an der Trennung arbeiten.
8. Trennung auf Augenhöhe Bleiben Sie fair und freundlich.
9. Abfindung vereinbaren Das Geld ist gut investiert, denn je kürzer er Ihrer Firma schadet, desto besser.
10. Keine Selbstvorwürfe machen Begreifen Sie Kündigungen als Teil Ihres Personalmanagements.
Ich bin überzeugt, Sie haben noch einen elften und zwölften Tipp …
Mein Kollege Marcel Dompert und ich haben das Personalmanagement in seiner historischen Entwicklung in vier Phasen abgegrenzt. Hier ein kleiner Test – Wo stehen Sie mit dem, was Sie in Ihrem Personalmanagement tun? Die Phasen reichen von der einfachen Verwaltung von Personalakten zu unternehmerischem Mitdenken, Mitwissen, Mithandeln und Mitverantworten in allen wesentlichen Unternehmensentscheidungen.
1950
Die reine Personalverwaltung steht im Vordergrund:
- Verwaltung von Personalakten
- Lohn- und Gehaltsabrechnung
1975
Die klassische Personalabteilung bekommt neue Aufgaben:
- Arbeit mit Stellenbeschreibungen und Zielvereinbarungen
- Fokus auf Personalentwicklung und Personalbetreuung
2000
Die Personalarbeit wird zunehmend zur Aufgabe des mittleren Managements:
- Die Lohn- und Gehaltsabrechnung wird vermehrt outgesourct
- Jede Führungskraft ist auch Personalmanager
2010
Betriebliche Personalarbeit als entscheidender Wettbewerbsfaktor:
- Personalarbeit erhält mit der Fokussierung auf Talentsuche einen neuen Schwerpunkt
- Die Qualität des Recruitingprozesses wird zum kritischen Erfolgsfaktor
In meinen Augen ist die Personalarbeit der längste Hebel, den eine Firma hat. Insofern ist es nicht gleichgültig, wo Sie stehen.
Dieser Tage schreibt mir ein Unternehmer in dramatischer Offenheit:
„Ich war – so muss ich zu meiner Schande heute zugestehen – definitiv ein C-Unternehmer. Ich habe in den Jahren zwischen 1998 und 2007 viele brillante, zeitgemäße und hervorragende Konzepte und Investmentideen entwickelt, aber habe mich für deren Umsetzung den Nächstbesten, der in meinem Büro aufgekreuzt oder der mir auf einer Veranstaltung begegnet ist, mit großer Überzeugungskunst damit beauftragt, diese Ideen für mich zu verwirklichen. Referenzen? Zielvereinbarungen? Kontrollen? Sanktionen? Konsequentes Personalmanagement? Keine Spur davon, und das Ergebnis kam mit der Finanzmarktkrise, so wie es gerechterweise kommen musste, und mir flog so ziemlich alles um die Ohren, was ich in mühsamer Arbeit über 10 Jahre meinte aufgebaut zu haben.
Ich habe zwischen 2007 und 2009 ernsthaft mit den Konsequenzen dieser Niederlage – die mich fast ruinierte – gerungen und mir oft die Frage gestellt, warum ich mich so fahrlässig und gutgläubig in dieser alles entscheidenden Frage der richtigen Mitarbeiterauswahl und -betreuung gedrückt oder es schlicht und ergreifend ignoriert habe? Ich habe oft in dieser Zeit gezweifelt, ob ich überhaupt das Zeug dazu habe, ein echter Unternehmer zu sein, da ich offensichtlich eine katastrophale Schwäche in der Auswahl und Führung meiner Schlüsselmitarbeiter hatte und es mir gar keinen Spaß gemacht hat, mich dann von selbstgefälligen und fordernden, aber zu keiner unternehmerischen Verantwortung bereiten Kollegen laufend vorführen und beschimpfen zu lassen.”
Nun kenne ich diesen Unternehmer und ich weiß, er hat ein Glänzen in den Augen, und er ist durch und durch Unternehmer. Wir hatten letztes Jahr 40 000 Unternehmenspleiten. Die C-Unternehmer, die Dienst nach Vorschrift machen, die sind mittlerweile tot.
Aber ich weiß, was er sagen will: Wir Unternehmer kommen oft an den Rand unserer Möglichkeiten und da gibt es nur eines: Gott vertrauen, intensiv an der eigenen Persönlichkeit arbeiten und alles dran setzen, die besten Mitarbeiter zu finden, um das Schiff auf Kurs zu halten.