Posts Tagged ‘Vorstellungsgespräch’

Wer den richtigen Mitarbeiter sucht, braucht jede Menge Interviews

Posted on the Mai 5th, 2012 under Allgemein,Personal by

Meine amerikanischen Freunde verstehen nicht, warum wir in Deutschland Bewerber so schnell einstellen. Euer Problem ist, ihr seid „quick to hire and slow to fire“. Ihr stellt zu schnell ein, und wenn es um die Trennung geht, fackelt ihr zu lange. Die Amerikaner sind der Ansicht: „Slow to hire“, aber „quick to fire“. Ich bin überzeugt: 1 Gramm Einstellung ist mehr als 1 Kilo Fortbildung. Das heißt: Die Selektion ist das alles Entscheidende und kann durch nichts wettgemacht werden.

2 bis 3 Interviews sollten sein  In der Regel werden Einstellungsentscheidungen bereits nach 1 Interview getroffen. Hand aufs Herz, wie läuft denn ein solches Interview ab? Kurz vor dem Gespräch schaut man noch einmal schnell nach, wie der Bewerber heißt und was er gemacht hat. Man ist dann froh, wenn man das Interview halbwegs ordentlich hinter sich gebracht hat. Die bittere Erfahrung zeigt jedoch: 1 Interview ist zu wenig.

Erstes Interview  Dieses Interview hat typischerweise mehr formalen Charakter.

1. Gesprächsbeginn  Alle Gesprächsteilnehmer stellen sich vor. Sprechen Sie über den Ablauf des Gesprächs und den Stand des Bewerbungsverfahrens.

2. Selbstdarstellung des Bewerbers  Nun hat der Bewerber die Möglichkeit, seinen persönlichen und beruflichen Hintergrund zu schildern. (Unbedingt mitschreiben, das sind wichtige Infos für später.)

3. Fragen zur Biografie  Klären Sie noch offene Fragen aus den Bewerbungsunterlagen und aus der Vorstellung des Kandidaten.

4. Information zur Tätigkeit  Stellen Sie dem Bewerber Ihr Unternehmer und anschließend den unmittelbaren Aufgabenbereich vor. (Einordnung der Stelle, Zusammenarbeit usw.)

5. Gesprächsabschluss  Vermitteln Sie dem Bewerber, dass seine Bewerbung und seine Person von Ihnen ernst genommen wurde. Wenn Sie an seiner Person Interesse haben, sollte jetzt ein weiteres Gespräch vereinbart werden.

Zweites Interview  Mittlerweile wurden unterschiedliche Referenzen (!) eingeholt. Hier noch einige weitere Themen:

- Eine Persönlichkeitsanalyse (z. B. DISG) gibt jede Menge Ansatzpunkte, um Dinge zu hinterfragen. Ihre Aufschriebe der ersten beiden Interviews sollten jetzt im Licht dieser Tests verglichen werden.

- Befragen Sie den Bewerber zu seiner Zukunft. Fragen Sie nicht allgemein wie z. B. „Wie stellen Sie sich Ihre Entwicklung in der neuen Position vor?“ Fragen

Sie stattdessen: „Welche Akzente wollen Sie setzen und welche längerfristigen strategischen Ideen können wir von Ihnen erwarten?“

Drittes Interview  Jetzt geht es um Themen wie Werte und Philosophie. Wir diskutieren, wie der Bewerber sich in bestimmten Situationen verhält, welche Verhaltensweisen, Einstellungen und Motive er für unsere Position mitbringt. Zum Beispiel: „Schildern Sie einen Fall, in dem Sie einem Mitarbeiter bei einer Problemlösung behilflich waren.“ (Nennt der Bewerber ein unwichtiges Beispiel? Kann er glaubhaft nachweisen, dass er wesentliche Unterstützung geleistet hat?)

Wenn Sie jetzt immer noch Interesse haben, dann stellen Sie die Frage, wann ein Probearbeiten stattfinden kann, damit die Mitarbeiter den Bewerber kennen lernen und mitentscheiden können.

Wie eilig die Sache auch sein mag oder wie überzeugend sich jemand vorstellt – sorgen Sie dafür, dass 3 Interviews stattfinden. Geben Sie sich nicht mit dem Einäugigen unter den Blinden zufrieden.

Unabhängig von der Anzahl der Interviews: Wichtig ist die Qualität der Fragen, um beim Vorstellungsgespräch talentfündig zu werden. Eine Übersicht über 12 Fragen und Interpretationshilfen bei der Antwort können Sie hier gratis herunterladen.

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Guerilla-Bewerbungen: Kreativität kennt keine Grenzen

Posted on the März 17th, 2011 under Allgemein,Personal by

Bewerbungen werden immer ideenreicher, nach dem Motto: Everything goes. Auffallen, um sich von der Masse abzuheben ist das Erfolgsrezept. Sie haben keine Idee, um Ihre Bewerbung aufzupeppen? Gerne liefere ich Ihnen einige Beispiele:

- Bewerbung eines Kochs: Dieser verschickte seine Bewerbung in einer Bratpfanne und bekam prompt eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

- Bewerbung einer Grafikerin: Sie legte zu ihrer Bewerbung kurz vor Weihnachten einen Osterhasen dazu. Begründung: Sie sei ihrer Zeit eben voraus.

Der Sinn einer solchen Bewerbung ist es, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Und zwar durch eine ungewöhnliche Art.

Klar ist, dass eine solche Kreativ-Bewerbung nicht unbedingt gut ankommen muss. Karriere-Coach Jürgen Hesse vom Büro für Berufsstrategie sagt dazu: „Eine Kreativ-Bewerbung ist auf jeden Fall eine Gratwanderung. Wer den Geschmack des Arbeitgebers nicht trifft, hat alle Chancen verspielt.”

Negativbeispiele gibt es natürlich auch:
Eine Frau legte einmal zu ihrer Bewerbung einen Fön dazu. Ihre lustig gemeinte Begründung: „Ich bringe frischen Wind in Ihr Unternehmen.” Der Personalchef war von dieser Aktion nicht begeistert und antwortete: „Heiße Luft können wir selbst produzieren.”

Auch Sabine Neumaier von der Berliner Bewerbungsberatung Ambitio überrascht diese Reaktion nicht: „Die Form der Bewerbung sollte den Inhalt gut verpacken, nicht vom Inhalt ablenken.” Sie rät: „Nehmen Sie nicht einfaches Kopierpapier oder eine billige Mappe. Setzen Sie dezente Akzente mit Farben, insbesondere bei Online-Bewerbungen.” Jürgen Hesse empfiehlt, mit dem Format zu spielen, z. B. indem man von einem A4-Blatt einen kleinen Rand abschneide. „Das ist schon ein totaler Hingucker und man läuft nicht Gefahr, den Adressaten geschmacklich total vor den Kopf zu stoßen.”

Denken Sie, Guerilla-Bewerbungen führen zum Erfolg?

Wer hat das beste Recruiting?

Posted on the Juni 3rd, 2010 under ABC-Thematik by

Einer unserer Leser schreibt: „Dieser Tage hatte ich einen Vortrag. Nach mir sprach eine Führungskraft von Google. Interessant ist, dass Google bei seiner Rekrutierung genau das anwendet, was Sie in der Personalfalle empfehlen. Habe selten so ein ausgeklügeltes Rekrutierungsverfahren gesehen. Der Erfolg gibt Ihnen wohl recht. Mit 240 Mitarbeitern machen wir in Deutschland über 1 Milliarde Euro Umsatz – wer schafft das schon?”In der Tat: Google hat monatlich etwa 100.000 Bewerbungen, dann wird gefiltert -
allerdings nicht streng nach Bestnoten und renommierten Ausbildungsstätten. Während Mittelständler auf das typische „Vorstellungsgespräch” setzen, sagt Google: Vorstellungsgespräche sind wenig geeignet, um wirklich passende Mitarbeiter zu rekrutieren. Typische Google-Fragen sind:
- Haben Sie schon einmal einen regionalen, landesweiten oder weltweiten Rekord aufgestellt?
- Haben Sie schon einmal Geld für Nachhilfe, Kochen oder für das Ausführen eines Hundes verdient?
- Haben Sie eine wohltätige Organisation gegründet?
- Haben Sie schon einmal ein Buch geschrieben?

Google ist bereit, 1 Tonne Sand zu schaufeln, um das Gold Nugget zu finden. Gesucht werden nicht die Menschen mit den besten Noten, sondern Kandidaten mit Leidenschaft und Ambition.