Nur 40 % aller Arbeitnehmer sind mit ihrer Work-Life-Balance zufrieden, so das Ergebnis der aktuellen Studie des John J. Heldrich Center für Mitarbeiterentwicklung. 1999, also vor gut 10 Jahren waren dies immerhin noch 51 %. Wesentlichen Anteil an dieser Verschiebung hat das Internet. Die Informationen prasseln 24 Stunden 7 Tage die Woche auf uns nieder und stellen Mitarbeiter immer mehr vor neue Herausforderungen. Viele haben mittlerweile auf eine 7-Tage-Woche umgestellt.In der Bibel steht im 3. Buch von Mose im Kapitel 23, Vers 3 „Ihr sollt sechs Tage pro Woche arbeiten, der siebte Tag aber ist der Sabbat, ein Tag vollkommener Ruhe, an dem ihr zum Gottesdienst zusammenkommen sollt. An diesem Tag sollt ihr nicht arbeiten. Wo auch immer ihr lebt, sollt ihr diesen Ruhetag für den Herrn einhalten.”
Studien zeigen, dass in 6+1 Tagen deutlich mehr geleistet wird als in 7 Tagen Arbeit. Offensichtlich gibt es göttliche Gesetze, die gerade in einer vom Internet geprägten Welt funktionieren.
Diejenigen, die mich kennen wissen, dass ich vor einigen Monaten 60 Jahre alt wurde. So kommt es, dass viele meiner Weggefährten auch 60 werden und mich zum Geburtstag einladen.Manche dieser Geburtstagsfeiern wirken auf mich eher wie eine Rentnerfeier. Die Anwesenden denken langsam, reden langsam und bewegen sich langsam. Zuweilen komme ich mir dann fremd vor. Bereits um 22:00 Uhr gehen die ersten nach Hause mit Entschuldigungen wie „Ich muss noch 10 km fahren.” Oder „Morgen besuche ich meine Enkelkinder.”
Gestern in meinem Büro hat mich eine Mitarbeiterin überrascht. Wir hatten einige ältere Bilder vor uns und sie sagte ganz unvermittelt: „Herr Knoblauch, Sie sehen heute deutlich jünger aus als vor 10 Jahren.” In der Tat und so fühle ich mich auch.
Wie kommt so etwas? Ja, ich gehe 3-4 Mal die Woche eine Stunde ins Fitness-Center um die Ecke. Der Sonntag ist für mich als Ruhetag wichtig und vor allem auch die Gemeinde, um emotional aufzutanken. Zeiten mit Gott allein, aber auch so wie heute Morgen, wo wir in der Firma gebetet haben.
Soeben halte ich wieder eine Einladung zu einer 60. Geburtstagsfeier in den Händen. Darauf steht: „Ich hoffe, dass ich mit ausreichender Schaffenskraft …” Nein, würde ich widersprechen: Mit 60 stehst du auf dem Höhepunkt deiner Schaffenskraft.